Adventskalender

4. Dezember

heute jährt sich zum 150. Mal der Geburtstag des Dichters Rainer Maria Rilke.

Rainer Maria Rilke

Geboren wurde er am 4. Dezember 1875 in Prag, aber zwischen 1897 und 1901 hat er auch einige Jahre in Berlin gelebt. Friedenau, Schmargendorf Wilmersdorf waren seine Berliner Wohnorte. Das Foto stammt möglicherweise aus seinen Berliner Jahren. Der Fotograf ist unbekannt.

In damals noch sehr ländlichen Schmargendorf hat er 1897 dieses Gedicht geschrieben:

Advent
Es treibt der Wind im Winterwalde
Die Flockenheerde wie ein Hirt,
Und manche Tanne ahnt, wie balde
Sie fromm und lichterheilig wird;
Und lauscht hinaus. Den weissen Wegen
Streckt sie die Zweige hin – bereit,
Und wehrt dem Wind und wächst entgegen
Der einen Nacht der Herrlichkeit.

Trotz dieser romantischen Zeilen hat Rilke Berlin aber wohl recht zwiespältig erlebt. In einem seiner Brief schreibt er:

„Berlin ist ungemein interessant, groß, lebhaft und mondän, in seinen Bauten – in seinen Menschen klein, widerwärtig und spießbürgerlich.“ 

Nicht ganz so schmeichelhaft für die Berliner. Trotzdem gibt es ein Denkmal ihm zu ehren. Es steht am Prager Platz und wurde Berlin von der Stadt Prag geschenkt. Seit 1995 gibt es eine Städtepartnerschaft zwischen Berlin und Prag.

Das sogenannte Rilke-Monument ist eher unauffällig und wahrscheinlich wissen die wenigsten Passanten, was es damit auf sich hat. Die Schrifttafel ist leider inzwischen kaum noch lesbar. Aber das ist wahrscheinlich eher den allgemeinen Sparmaßnahmen geschuldet und hoffentlich nicht die Rache der kleinen, widerwärtigen Spießbürger.

Rainer Maria Rilke Monument

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