Bonobo Stories
Dass unsere tierische Verwandtschaft in manchen Dingen sogar weiter entwickelt ist als wir selbst, zeigt eine kleine, aber interessante Ausstellung im Wissenschaftsforum am Gendarmenmarkt.
In der Ausstellung »Bonobo Stories« des Max-Planck-Instituts für Verhaltensbiologie sind Fotografien des bekannten Naturfotografen Christian Ziegler aus dem Salonga-Nationalpark zu sehen. Über einen langen Zeitraum hinweg hat er sich intensiv mit Bonobos beschäftigt. Diese Menschenaffen sind eng mit uns verwandt und zeichnen sich durch ein besonders komplexes Sozialverhalten aus.
Anders als bei den Schimpansen haben bei den Bonobos die Weibchen das Sagen. Vielleicht ist das auch ein Grund dafür, dass Konflikte innerhalb der Gruppen meist vergleichsweise friedlich gelöst werden. Körperkontakt spielt dabei eine wichtige Rolle. Bonobos haben deutlich häufiger sexuellen Kontakt als ihre nächsten Artverwandten, oft auch zur sozialen Bindung und zur Entspannung von Spannungen.
Christian Ziegler sind wirklich beeindruckende Aufnahmen gelungen. Gerne hätte man noch mehr davon gesehen. Es wäre schön, wenn es eines Tages einmal eine größere Ausstellung mit seinen Bonobo-Fotografien geben würde. Einen Eindruck von seiner Arbeit kann man sich auf seiner Webseite verschaffen.
Ergänzt wird die Ausstellung im Foyer des Wissenschaftsforums durch einige anschauliche Informationen zu digitalen Methoden, mit denen die moderne Verhaltensbiologie heute arbeitet.
Wer in der Nähe des Gendarmenmarkts unterwegs ist, sollte auf jeden Fall einmal hereinschauen. Der Eintritt ist frei. Geöffnet ist das Wissenschaftsforum allerdings nur wochentags von 9.00 bis 17.30 Uhr. Eine Führung durch die Ausstellung findet am 5. Februar um 16 Uhr statt.
