Bruce Gilden

Bruce Gilden bei Fotografiska

Der amerikanische Fotograf Bruce Gilden gehört zu den bekanntesten, aber auch zu den umstrittensten Vertretern der Streetfotografie. Mit einem Artist-Talk wurde vergangene Woche bei Fotografiska Berlin eine Ausstellung seiner Werke eröffnet.

Wer nicht viel über Gilden weiß, war vielleicht überrascht, was für ein Mann da auf der Bühne sitzt: ein freundlicher älterer Herr, 79 Jahre alt, der einen entspannten Eindruck macht und auf den ersten Blick so gar nicht zu dem passt, wofür sein Name steht.

Gilden ist berühmt und berüchtigt für seinen konfrontativen Arbeitsstil. Er geht nah ran, sehr nah, und löst dabei oft den Blitz direkt vor dem Gesicht seiner Motive aus. Die Bilder, die dabei entstehen, sind roh, ungeschönt und häufig irgendwie unangenehm. Genau das macht sie so eindrücklich.

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Aufgewachsen in Brooklyn, entwickelte er früh eine Faszination für die Menschen auf der Straße, für Gesichter, die ein Leben erzählen. Gilden fotografiert Menschen am Rand der Gesellschaft, Obdachlose, Sexarbeiterinnen, Gangmitglieder, aber auch ganz gewöhnliche Passanten, die er auf der Straße trifft. Im Gespräch betont er immer wieder, dass es ihm nicht um Voyeurismus geht, sondern um echtes Interesse an Menschen, die das Leben geprägt hat. Respekt ist ihm wichtig.

Die Ausstellung trägt den Titel »Why These?« und zeigt 41 Fotografien, die Gilden selbst ausgewählt hat. Dabei sind sowohl ältere, inzwischen ikonische Schwarzweißaufnahmen aus Projekten in Coney Island, Haiti, New York und Tokio, als auch 22 großformatige Arbeiten aus seiner späteren Phase, in der er verstärkt mit digitaler Farbfotografie arbeitet.

Die Räume im 4. OG bei Fotografiska sind nicht besonders groß, die Abzüge aber umso mehr. Diese Kombination entfaltet eine eigentümliche Wirkung: Die Bilder kommen einem sehr nahe, im wörtlichen wie im übertragenen Sinn. Eindrucksvoll ist das schon, mitunter aber auch beklemmend, was zum Wesen von Gildens Arbeit durchaus passt.

Seine Arbeit polarisiert, ist aber auf jeden Fall sehenswert. Noch bis zum 23. August gibt es dazu bei Fotografiska im ehemaligen Tacheles-Gebäude an der Oranienburger Straße die Gelegenheit. Der Eintritt kostet 15,– €.

Webseite der Ausstellung

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