Eine Seefahrt die ist lustig …
Kreuzfahrten erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Für mich wären diese schwimmenden Hotelkästen nichts, aber die Faszination, auf dem Wasser zu sein, kann ich sehr gut nachvollziehen. Wenn mich das Bedürfnis nach einer Schiffsfahrt packt, habe ich glücklicherweise auch in Berlin ein einige Möglichkeiten.
Man muss dafür nicht einmal eine der klassischen Dampferfahrten buchen, denn auch die BVG bietet einige Fährverbindungen an. Sechs Fährlinien gehören zum Berliner Nahverkehr, und im Sommer sind sie das entspannteste, was die Stadt an öffentlichem Verkehr zu bieten hat: kein Gedränge, kein Ampelstopp, dafür Wind, Wasser und oft ein Blick, für den man sonst eine Ausflugsfahrt bräuchte.
Am bekanntesten ist die Fähre F10 zwischen Wannsee und Alt-Kladow. Mit 4,4 Kilometern ist sie die längste Strecke im Fährnetz und wird ganzjährig im Stundentakt befahren. Rund 20 Minuten dauert die Fahrt, da kann schon ein ganz kleinwenig Kreuzfahrtfeeling aufkommen. An Sommerwochenenden kann es allerdings auch etwas voller und enger werden, dann wollen natürlich alle aufs Wasser. Wie so oft gilt auch hier mein Tipp, möglichst früh unterwegs zu sein: In der Woche geht es schon ab 6 Uhr los, am Wochenende um 9 Uhr. Auf der Kladower Seite kann man direkt an der Anlegestelle auch gut frühstücken.
Nicht ganz so spektakulär, aber eine der ältesten Fährverbindungen, ist die Linie F11 zwischen Treptow und Oberschöneweide. Sie ist besonders für Radfahrende praktisch, auch der Europaradweg R1 nutzt diese Verbindung. Ein empfehlenswertes Ausflugsziel in der Nähe ist zum Beispiel das ehemalige Funkhaus an der Nalepastraße mit seiner originellen Milchbar.
Nur zwischen April und Oktober gibt es die Fährverbindung der Linie F21 zwischen Schmöckwitz und Krampenburg. Die Überfahrt dauert etwa 7 Minuten, anschließend lassen sich wunderbare Wanderungen durch den schattigen Wald machen, bis hin zum Müggelsee oder entlang der Dahme. Direkt am Anleger »Krampenburg« befindet sich der traditionsreiche Zeltplatz »Kuhle Wampe« mit Imbiss und Biergarten.
Die wahrscheinlich originellste, auf jeden Fall aber kleinste Fähre Berlins verbindet Rahnsdorf mit Müggelheim. Die kurze Fahrt mit der F24 geht per Ruderboot über die Müggelspree. Gefahren wird allerdings nur an den Wochenenden zwischen Mai und Oktober. Das Boot bietet Platz für 8 Personen, eine Mitnahme von Fahrrädern ist nicht mehr möglich.
Wer im Ruderboot keinen Platz mehr findet, kann mit dem Schiff der Linie F23 ebenfalls die Müggelspree überqueren und beispielsweise am Ausflugslokal Neu Helgoland aussteigen.
Die F12 schließlich verbindet Grünau mit dem Köpenicker Ortsteil Wendenschloss. Auch hier gibt es auf beiden Seiten einiges zu entdecken. Die Fahrt über die Dahme dauert nur wenige Minuten, bietet aber schöne Ausblicke.
Ich hoffe, ich konnte dir ein paar Ausflugsanregungen geben. So kurz die Überfahrten auch sind, so haben sie doch immer wieder einen ganz besonderen Reiz und sind irgendwie entschleunigend.
Alle Fähren der BVG können mit den normalen ÖPNV-Fahrscheinen genutzt werden, auch beim Deutschlandticket sind sie inklusive. Einer kleinen Schiffstour steht also nichts im Wege.
Schiff Ahoi!
