Cafe Buchwald

Konditorkunst und Geschichte

Ein altes, sehr traditionsreiches Café möchte ich Euch heute vorstellen: das Café Buchwald in Berlin-Tiergarten.
Schon seit 1852 beschäftigt sich das Familienunternehmen mit feinem Gebäck. Gegründet wurde es damals von Gustav Buchwald in Cottbus als »Baumkuchenfabrikation, Konditorei und Café«. Nach eigenen Angaben ist es heute die älteste noch bestehende Konditorei Berlins.

Der Sohn des Gründers verlegte das Unternehmen im Jahr 1904 nach Berlin in die Bartningallee, wo sich das Café auch heute noch befindet. Und der Baumkuchen spielt hier bis heute eine ganz besondere Rolle. Er gilt als Königsdisziplin der Konditorkunst und ist in der Herstellung ausgesprochen aufwendig. Der Teig wird in vielen hauchdünnen Schichten auf eine sich drehende Walze aufgetragen und jeweils über offener Flamme abgebacken. Die dabei entstehende Struktur erinnert an die Jahresringe eines Baumes. Daher stammt auch der Name Baumkuchen.

Das feine Gebäck ist weit über Berlin hinaus bekannt und wird in viele Länder exportiert. Entsprechend international ist auch teilweise das Publikum im Café. Offenbar wird das Café Buchwald inzwischen in mehreren Reiseführern empfohlen. Aber natürlich finden hier auch die Kaffekränzchen der Nachbarschaft statt.

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Gott sei Dank ist es hier alles andere als hip. Ich bezeichne diese Art Café gern als »Omacafé«. Das ist ausdrücklich positiv gemeint. Man sitzt ruhig, wird am Tisch bedient und muss sich nicht zwischen zwanzig Kaffee- und Milchsorten entscheiden.

Die Wahl des Kuchens oder der Torte fällt allerdings trotzdem nicht leicht. Denn es gibt hier deutlich mehr als nur Baumkuchen. Die Auswahl ist groß. Schmackhaft und durchweg gehaltvoll sind sie nach meiner Erfahrung jedoch alle.

Die Einrichtung ist gutbürgerlich gemütlich und erinnert mit ihren dunklen Holzmöbeln und Details leicht an die 1920er-Jahre. In den Sommermonaten kann man auch draußen sehr schön sitzen, sofern man einen freien Tisch erwischt.

Im Café Buchwald haben übrigens seit Jahrzehnten die Frauen das Sagen. Seit 1935 gab es ausschließlich Chefinnen. Heute wird das Traditionshaus in fünfter Generation geführt. Vielleicht ist das neben der konstant guten Qualität auch eines der kleinen Geheimrezepte für den anhaltenden Erfolg.

Geöffnet ist das Café täglich von 11 bis 18 Uhr.
Zur Spree sind es vom Café nur wenige Meter. Es biet sich als an vor oder nach dem Kaffeegenuss einen kleine Spaziergang an der Spree oder durch den Tiergarten zu machen.

Webseite des Cafés

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