Das Letzte Abendmahl Ausstellung
Hinweis: Dieser Beitrag stammt aus dem Archiv und ist nicht mehr aktuell.

Das letzte Abendmahl

Dass ich mit sogenannten »immersiven Ausstellungen« so meine Probleme habe, habe ich an dieser Stelle schon gelegentlich erwähnt. Oft finde ich sie zu oberflächlich und den Eintrittspreis überteuert.

Trotz dieser Vorbehalte habe ich mir die neue immersive Ausstellung »Das letzte Abendmahl« in der Parochialkirche angeschaut (Transparenzhinweis: Ich war vom Veranstalter eingeladen). Im Mittelpunkt steht das berühmte Bild von Leonardo da Vinci, das Jesus und seine Jünger am Abend vor seiner Verhaftung zeigt.
Das Original befindet sich im Speisesaal eines Klosters in Mailand und ist direkt auf die Wand gemalt. Es kann nur in kleinen Gruppen und zu festgelegten Zeiten besichtigt werden. In diesem Fall ergibt es also durchaus Sinn, dieses einzigartige Meisterwerk als Projektion zugänglich zu machen.

Versprochen wird eine multimediale 360‑Grad‑Sensation. Wer diese Ankündigung wörtlich nimmt, dürfte enttäuscht sein. Zwar wird auf vier Wände projiziert und das Publikum steht in der Mitte des Raums, doch spektakuläre Effekte bleiben aus. Vieles erinnert eher an eine klassische Diaschau. Inhaltlich bietet die Präsentation jedoch eine konzentrierte Einführung in das Werk Leonardo da Vincis. Auf Details wird gezoomt, die Reaktionen der Jünger werden erläutert und auch die fragile Maltechnik wird verständlich erklärt. Die Projektion dauert 45 Minuten und überforderte nach meinen Beobachtungen einige Besucherinnen und Besucher. Mehrere verließen den Raum vorzeitig.

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Auch die weiteren Ausstellungsräume bieten wenig Überraschendes. Kinder können malen, an Tablets gibt es ein kleines Quiz und ein Leonardo‑da‑Vinci‑Memory, und natürlich findet man zusätzliche Informationen zum Werk und zum Künstler.
Leider wird auch die eindrucksvolle Architektur der Parochialkirche kaum einbezogen. Im Gegenteil: Durch die vielen Stellwände sieht man nur noch wenig vom Kirchenraum. Dadurch macht es kaum einen Unterschied, ob man sich in einer Kirche oder in einer Messehalle befindet.

Stellt sich die Frage, ob sich der Besuch bei Eintrittspreisen ab 22 Euro lohnt. Für manche dürfte ein gutes Kunstbuch die bessere Wahl sein. Letztlich ist das natürlich Geschmackssache. Wer eine solide Einführung in das Bild sucht und die Projektionen als Ergänzung sieht, kann hier einen interessanten Blick auf das Werk gewinnen. Wer hingegen eine beeindruckende immersive Show erwartet, wird vermutlich weniger zufrieden sein.

Noch bis zum 11. Januar 2026 wird die Ausstellung in der Parochialkirche in Berlin-Mitte gezeigt. Geöffnet ist immer Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr, Freitag und Samstag bis 20 Uhr.

→ Webseite zur Ausstellung

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