Im Dialog MINSK
Hinweis: Dieser Beitrag stammt aus dem Archiv und ist nicht mehr aktuell.

DDR Kunst im Dialog

Das Kunsthaus »DAS MINSK« in Potsdam ist so etwas wie der kleine Bruder des Barberini Museums. Während dort überwiegend Werke des Impressionismus im Mittelpunkt stehen, widmet sich DAS MINSK der Kunst aus der DDR. Viele der ausgestellten Werke stammen aus der Sammlung von Hasso Plattner.

So auch in der aktuellen Ausstellung mit dem Titel »Im Dialog«. Der Name bezieht sich auf den Ausgangspunkt der Schau: das Buch Ateliergespräche des DDR-Kunsthistorikers Henry Schumann aus dem Jahr 1976. Erstmals kamen darin die Künstler:innen selbst zu Wort. Es wurde nicht nur über sie geschrieben, sondern mit ihnen gesprochen.

Diese Idee greift die Ausstellung auf. Kurator Daniel Milnes hat neue Ateliergespräche geführt, unter anderem mit Gabriele Stötzer, Ralf Kerbach und Cornelia Schleime. Die Gespräche erscheinen als Podcast und lassen Vergangenheit und Gegenwart miteinander in Austausch treten.

Gezeigt werden knapp 50 Werke von über 30 Künstler:innen, die zwischen Mitte der 1960er- und  1990 in der DDR entstanden sind. Zu sehen sind Arbeiten von bekannten Namen wie Bernhard Heisig, Willi Sitte oder Ruth Wolf-Rehfeldt, aber auch von weniger bekannten Künstlern.

Die Ausstellung ist bewusst nicht chronologisch aufgebaut. Vielmehr geht es um den Dialog zwischen den Werken und dem Publikum. Wie spiegeln sich persönliche Erfahrungen im Bild? Wo endet Anpassung, wo beginnt Kritik? Und wie politisch darf Kunst sein?

Die Schau zeigt auch, wie vielschichtig die Kunst in der DDR war. Mit vielen Zwischentönen, nicht nur staatsnah oder systemkritisch. 

Ein kostenloses Begleitheft und ein Audioguide geben interessante Hintergrundinformationen zu den Werken.

Die Ausstellung ist noch bis zum 10. August 2025 täglich außer dienstags von 10 bis 19 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet 10, – €. Es gibt auch ein Kombiticket für 20,- € mit dem man auch das Barberini besuchen kann.

Tipp: An jedem letzten Sonntag im Monat ist der Eintritt in DAS MINSK frei.

-> Webseite zur Ausstellung

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