Pazzi Verschwoerung

Geld, Macht und Intrigen im Bode Museum

Im Bode-Museum läuft derzeit die Ausstellung »Die Pazzi-Verschwörung – Macht, Gewalt und Kunst im Florenz der Renaissance«. Sie widmet sich einem der spektakulärsten politischen Attentate des 15. Jahrhunderts und zeigt, wie eng Geld, Macht, familiäre Netzwerke und Kunst damals miteinander verflochten waren.

Im Zentrum steht ein Anschlag vom 26. April 1478 auf Lorenzo de’ Medici und seinen Bruder Giuliano während der Ostermesse im Florentiner Dom. Die Familie Pazzi wollte die Medici ausschalten und die Macht in der Stadt an sich reißen. Der Plan scheiterte nur teilweise. Giuliano wurde getötet, Lorenzo überlebte schwer verletzt. Die Vergeltung folgte sofort und gnadenlos. Verschwörer wurden hingerichtet, ihre Körper öffentlich zur Schau gestellt, ihre Namen getilgt, ihre Wappen entfernt. Die Ausstellung macht deutlich, dass es hier nicht nur um politische Gegner ging, sondern um die vollständige Ausschaltung einer konkurrierenden Familie.

Die Thematik ist komplex. Die Ausstellung ist zwar nicht sehr groß, zeigt aber viele Exponate, darunter zahlreiche kleinteilige Objekte wie Münzen und Medaillen. Gerade sie machen anschaulich, wie eng Geld, Macht und politische Symbolik verbunden waren. Man merkt schnell, dass es nicht nur um ein einzelnes Attentat geht, sondern um ein ganzes System aus wirtschaftlichen Interessen, Intrigen und gezielter Inszenierung.

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Besonders spannend ist die Rolle der Kunst. Viele der gezeigten Werke dienten nicht nur der Dokumentation der Ereignisse, sondern auch ihrer Deutung. Bilder, Skulpturen und Medaillen beeinflussten, wie die Geschehnisse wahrgenommen wurden. Schuld wurde zugeschrieben, Sieger wurden glorifiziert, Verlierer diffamiert. Kunst war damit schon damals ein Mittel der Meinungslenkung und politischen Propaganda.

Man sollte sich ein wenig Zeit nehmen für diese Ausstellung. Die Informationsdichte ist hoch, ein wenig Einlesen oder genaues Lesen vor Ort lohnt sich. Dann gibt die Schau eine spanenden Blick hinter die glanzvolle Fassade der Renaissance.

Noch bis zum 20. September kann man die Ausstellung besuchen. Geöffnet ist dienstags bis freitags vo 10 bis 17 Uhr und an den Wochenenden von 10 bis 18 Uhr. Der Eintritt kostet 14,- €

Foto: Sandro Botticelli, Gemälde des Giuliano de‘ Medici, 1478 © Staatliche Museen zu Berlin, Gemäldegalerie / Christoph Schmidt

Webseite zur Ausstellung

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