Der Himmel unter Berlin
Berlin hat eine bedeutende Sehenswürdigkeit zurück. Im März wurde die Hohenzollerngruft unter dem Berliner Dom wieder für Besucher freigegeben. Es handelt sich um eine der bedeutendsten dynastischen Grabstätten Europas. Könige, Kurfürsten, Prinzen und Prinzessinnen haben hier ihre letzte Ruhe gefunden.
Seit 2020 war die Gruft für Besucher gesperrt. Sie musste dringend saniert werden. Die immer weiter steigenden Besucherzahlen führten zu Veränderungen des Raumklimas, was wiederum die Sarkophage gefährdete. Auch Barrierefreiheit für die Besucher wurde im Zuge der Sanierung hergestellt und ein neues Lichtkonzept geschaffen.
Ein neu gestalteter Vermittlungsraum informiert die Besucher jetzt besser darüber, was sie in der Gruft sehen können. Die Grabanlage selbst soll ihre Würde behalten und nicht zu einem Museum werden. Daher gibt es an den einzelnen Särgen keine Infotafeln, sondern man kann im Vorraum zu jeder einzelnen Grabstätte Informationen über den Sarg und den Verstorbenen abrufen. Das ist gut gelungen. Man erfährt interessante Informationen zu Todesumständen und Besonderheiten der Beisetzung.
Insgesamt sind es 91 Särge aus fünf Jahrhunderten, die hier aufbewahrt werden. Davon sind 33 Kindersärge, was natürlich besonders berührend ist. Die Kindersterblichkeit war damals sehr hoch. Davor war auch der Adel nicht geschützt. Auch darüber wird In der Ausstellung genauer informiert.
Ich finde, in der Gestaltung ist es gut gelungen, die verschiedenen Funktionen eines solchen Ortes miteinander zu vereinen. Letztlich ist der Dom in erster Linie ein Gotteshaus, aber eben auch eine sehr beliebte touristische Sehenswürdigkeit und hier in der Gruft zudem ein Begräbnisort. Da bedarf es schon etwas Fingerspitzengefühl, um damit richtig umzugehen. Ich hoffe, dass sich auch die Besucher an diesem besonderen Ort angemessen verhalten.
Besichtigt werden kann die Gruft im Rahmen der normalen Dombesichtigung. An Montag bis Samstag ist das in der Regel zwischen 9 bis 18 Uhr möglich, am Sonntag ab 12 Uhr. Die genauen Termine sind auf der Seite des Berlin Doms einsehbar.
Der Eintritt kostet 15,- €. Eine wichtige Einnahmequelle für die Domgemeinde zur Erhaltung des Gebäudes.
→ Webseite zur Hohrenzollerngruft
Tipp: Den Berliner Dom, insbesondere die Ausssichtsplattform, habe ich auch in meinem Buch „Oasen der Ruhe in Berlin“ beschrieben. Falls dich solche Orte interessieren , schau es dir gerne mal an. Es ist überall im Buchhandel erhältlich.
