Neu sehen Schmidt-Rottluff

Karl Schmidt-Rottluff im Brücke-Museum

Eine neue Ausstellung im Brücke-Museum widmet sich dem Maler Karl Schmidt-Rottluff (1884–1976). Er gehörte nicht nur zu den Gründungsmitgliedern der Künstlergruppe »Brücke«, sondern trug mit einer großzügigen Schenkung auch entscheidend dazu bei, dass dieses Museum überhaupt entstehen konnte. Viele der damals überlassenen Werke sind nun wieder zu sehen. Die Schau »Immer wieder muss die Welt neu gesehen werden« zeigt einen breiten Querschnitt durch sein Schaffen.

Die Präsentation folgt einer Chronologie, die seine Entwicklung sehr klar sichtbar macht. Seine Lebensphasen, die Orte, an denen er arbeitete, und die jeweiligen Umstände spiegeln sich deutlich in der Malerei wider. Man erkennt, wie sich seine Bildsprache verändert, vereinfacht und zunehmend verdichtet. Ein zentrales Thema blieb über Jahrzehnte die Landschaft. Die Sommer verbrachte er häufig an der Nord- oder Ostsee, besonders in Dangast oder am Lebasee. Viele Gemälde entstanden direkt vor Ort und tragen die Atmosphäre dieser Orte spürbar in sich.

Kräftige Farben, einfache Formen und eine konsequente Reduktion prägen sein Werk. Vielleicht wirken die Bilder auch deshalb erstaunlich zeitlos und durchaus modern. Die Ausstellung zeigt eindrucksvoll, wie Schmidt-Rottluff die Welt immer wieder neu für sich entdeckte und wie konsequent er seinen Weg verfolgte.

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Er war zudem ein äußerst produktiver Maler. Die Kuratorin der Schau, Christiane Remé, arbeitet derzeit an einem Werkverzeichnis der Gemälde. Rund 1.500 Arbeiten sind bislang bekannt. Die Ausstellung gibt auch einen interessanten Einblick in die Arbeit an diesem Verzeichnis. An einem Porträt wird beispielhaft gezeigt, wie gründlich die Werke untersucht werden. In diesem Fall ist sogar die Rückseite bemalt, was offenbar gar nicht so selten vorkommt. Auch Künstler mussten mit ihrem Material sparsam umgehen.

Geboren wurde Karl Schmidt am 1. Dezember 1884 in Rottluff, einem kleinen Dorf bei Chemnitz. Seit 1905 nutzte er den Namen seines Wohnortes als Namenszusatz und nannte sich Schmidt-Rottluff. Die Mühle, in der seine Eltern und zeitweise auch er lebten, ist noch erhalten. Seit April dieses Jahres gibt es direkt daneben das Karl-Schmidt-Rottluff-Haus ein kleines Museum, das ihm gewidmet ist. Ich hatte Gelegenheit, es mir in diesem Jahr anzuschauen. Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall sehr, wenn man in der Gegend ist.

Besonders lohnt natürlich der Weg in den Grunewald zum Brücke-Museum. Sonntags gibt es dort meist eine öffentliche Führung durch die Ausstellung. Sie ist im normalen Eintrittspreis von 6,- € enthalten.  

Geöffnet ist noch bis zum 15. Februar 2026 täglich (außer Dienstag) von 11 bis 17 Uhr.

Webseite zur Ausstellung

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