CATS_Admiralspalast
Hinweis: Dieser Beitrag stammt aus dem Archiv und ist nicht mehr aktuell.

Katzen an der Friedrichstraße

In einem Hinterhof in der Berliner Friedrichstraße spielen sich derzeit allabendlich merkwürdige Szenen ab. Eine Gruppe ziemlich seltsamer Katzenwesen trifft sich hier und sorgt dabei für ziemlichen Radau.

Nein, niemand muss befürchten, dass Berlin nun restlos verwahrlost ist. Ganz im Gegenteil. Im Admiralspalasts wird ein kultureller Bestseller gezeigt: CATS ist eines der bekanntesten und meistgespielten Musicals der Welt.

Und die Musik, die der britische Komponist Andrew Lloyd Webber für dieses Stück geschaffen hat, ist alles andere als Katzenmusik oder Radau. Seit der Uraufführung 1981 in London begeistert das Musical mit eingängigen Melodien, energiegeladenen Tanzszenen und einer fantasievollen Welt, die auf Gedichten von T. S. Eliot basiert. Der größte Hit ist das Lied »Memory«, das zu den bekanntesten Musical-Songs überhaupt zählt und auch im Admiralspalast für Gänsehaut sorgt. Daneben gibt es viele weitere musikalische Höhepunkte, die von gefühlvollen Balladen bis zu schwungvollen Ensemble-Nummern reichen.

In Berlin ist derzeit die englische Originalversion als Gastspiel zu sehen. Das empfand ich als sehr angenehm, denn deutsche Übersetzungen solcher Stücke wirken manchmal doch etwas holprig.

Wer  (so wie ich) nicht jedes Wort versteht, muss sich trotzdem keine Sorgen machen. Die genaue Handlung ist nicht so entscheidend, im Mittelpunkt stehen die einzelnen Figuren mit ihren Charakteren, Liedern und Tänzen.

Eigentlich ist die Geschichte nur der Rahmen für eine große Show. Und diese Show ist wirklich aufwendig inszeniert. Das Bühnenbild verwandelt den Admiralspalast in einen nächtlichen Schrottplatz, über den die Katzen springen, schleichen und tanzen. Mit farbenprächtigen Kostümen, Masken und Lichteffekten entsteht eine Atmosphäre, die schnell vergessen lässt, dass man im Herzen von Berlin sitzt. Dazu kommen noch einige überraschende Momente mit Magie und Akrobatik, die das Spektakel zusätzlich bereichern.

CATS ist kein Musical, das man wegen seiner komplexen Handlung oder tiefgründigen Geschichte besucht – auch wenn die Katzen in verschiedenen Szenen uns Menschen durchaus einen Spiegel vorhalten.

In erster Linie lebt das Stück von seiner Energie, den opulenten Bildern und der Mischung aus Fantasie und Spektakel.

Ein echtes Vergnügen, wenn auch kein ganz billiges. Karten gibt es ab 69 Euro. Wer trotzdem die Chance nutzen möchte, diesen Klassiker einmal live in Berlin zu erleben, hat noch bis zum 7. September Gelegenheit dazu. Einige Karten sind noch verfügbar.

Webseite Admiralspalast

Transparenzhinweis: Tickets wurden mir vom Veranstalter kostenlos zur Verfügung gestellt.

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