Kokoschka und Warhol – Portraits der Macht
Das Porträt der Altkanzlerin Angela Merkel, das derzeit im Bode-Museum zu sehen ist, ist so beliebt, dass die Präsentation bis zum 3. Januar 2027 verlängert wurde.
Ganz in der Nähe des Bode-Museums und nicht weit vom Bundeskanzleramt kann man in einer neuen Ausstellung nun auch Porträts von Konrad Adenauer und Willy Brandt anschauen. Im Gegensatz zum hierzulande eher unbekannten Maler des Merkel-Porträts sind hier Werke weltberühmter Künstler zu sehen.
»Kokoschkas Adenauer. Warhols Brandt. Außergewöhnliche Begegnungen zwischen Kunst und Politik« heißt die Ausstellung im FORUM KUNST des Deutschen Bundestages, das sich im Marie-Elisabeth-Lüders-Haus befindet.
Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen zwei besonders bemerkenswerte Werke aus der Kunstsammlung des Bundestages: Oskar Kokoschkas Porträt von Konrad Adenauer aus dem Jahr 1966 und Andy Warhols Porträt von Willy Brandt von 1976. Anders als das Merkel-Porträt waren beide Gemälde ursprünglich gar nicht als offizielle Kanzlerporträts gedacht. Sie entstanden auf private Initiative von Galeristen und sollten für karitative Zwecke versteigert werden. Heute gehören sie zur Kunstsammlung des Deutschen Bundestages.
Die Ausstellung erzählt von der Entstehung dieser ganz besonderen Porträts und auch ein wenig vom unterschiedlichen Kunstverständnis der beiden Kanzler. Das Kokoschka-Gemälde hing übrigens jahrelang im Büro von Angela Merkel.
Die Ausstellung beschränkt sich allerdings nicht auf die beiden berühmten Gemälde. Sie zeigt auch weitere Porträts und Skulpturen. Dabei geht es immer wieder um die Frage, was ein gemaltes Porträt leisten kann, wenn die dargestellte Person ohnehin durch unzählige Fotografien und Filmaufnahmen bekannt ist. Ein Künstler bildet schließlich nicht einfach nur ab. Er schafft seine eigene Interpretation einer Persönlichkeit. Das wird eindrucksvoll deutlich, wenn man die vielen Darstellungen der gleichen Person auf einen Blick sieht.
Geöffnet ist die Ausstellung bis zum 10. Januar 2027 jeweils von Dienstag bis Sonntag von 11 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei. Der Eingang befindet sich an der Luisenstraße 30. Am Einlass ist eine Sicherheitskontrolle notwendig. Auch einen Ausweis sollte man mitführen.
Im Rahmen der Ausstellung gibt es am 13. Oktober ein Gespräch zwischen der aktuellen Bundestagspräsidentin Julia Klöckner und dem ehemaligen Bundestagspräsidenten Dr. h. c. Wolfgang Thierse zum Thema »Freiheit und Demokratie«. Für diese Veranstaltung muss man sich bis zum 9. Oktober vorher kostenlos online anmelden.







