Restaurant Bollenpiepe

Bollenpiepe – Kulinarischer Ausflug ins Grüne

Ganz im Norden Berlins, im Pankower Ortsteil Rosenthal, habe ich durch Zufall ein Lokal entdeckt, das mich ziemlich überrascht hat. Auch deshalb, weil ich so etwas in dieser Gegend, die man als Berliner wohl guten Gewissens als »Jwd« (janz weit draußen) bezeichnen kann, nicht erwartet hätte.

Das Lokal, das sich in der Kleingartenkolonie »Einigkeit« befindet, trägt den ungewöhnlichen Namen »Bollenpiepe«. Auf Berlinerisch bedeutet das  Frühlingszwiebel, schon ein kleiner Hinweis darauf, dass in diesem Lokal nicht das Fleisch die erste Rolle spielt, sondern eher das Grünzeug. Selbst die Adresse passt dazu: Das Haus befindet sich am Kräuterplatz 3.

Auf der Karte finden sich überwiegend pflanzliche Gerichte. Aber das sollte auch für hartnäckige Carnivoren kein Grund sein, das Lokal zu meiden.  Auf Wunsch kann man auch fleischige oder fischige Beilagen dazu bestellen. Eine sehr angenehme, undogmatische Herangehensweise.

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Bei den veganen Gerichten, die ich probiert habe, habe ich das Fleisch allerdings in keiner Weise vermisst. Gerade an einem heißen Sommertag auf der schönen Terrasse waren die Speisen angenehm frisch, leicht und sehr schmackhaft. Und auch das Auge, das ja bekanntlich immer mitisst, kommt voll auf seine Kosten. Alles ist sehr schön angerichtet und dabei doch angenehm unprätentiös.

Mein persönliches Highlight war das Dessert, ein veganer Eierlikörbecher. Ich hätte nicht gedacht, dass vegane Sahne so lecker schmecken kann. Selbst die Waffeln dazu waren traumhaft und wahrscheinlich auch selbst gebacken.

Ich bin nun alles andere als ein Restaurantkritiker und kenne mich in den Feinheiten der gehobenen Küche viel zu wenig aus um eine detailreiche Kritik abzugeben. Mit ist das wichtigste das es schmeckt und in sich stimmig ist.  Beides ist hier erfüllt.

So ganz alleine scheine ich mit meiner Begeisterung aber nicht zu sein. Wie ich inzwischen recherchiert habe, wird das Lokal auch von den Profigastrokritikern sehr gelobt. Küchenchef und Restaurantbetreiber Marcus Kümmel wurde 2025 von den Berliner Meisterköchen als Aufsteiger des Jahres nominiert.

Kümmel war lange in einem veganen Fine-Dining-Restaurant in Berlin-Mitte tätig und ist eher zufällig zu diesem Lokal gekommen. Sein Elternhaus befindet sich in der Nähe, und er entdeckte die verlassene Vereinsgaststätte der Kolonie bei einem Spaziergang.

Hier hat er nun nicht nur einen kurzen Weg zur Arbeit, sondern kann auch seine Ideen von hochwertigem pflanzlichen Essen, das man sich auch leisten kann, umsetzen.

Die Preise sind wirklich fair kalkuliert. Vorspeisen kosten unter 10 Euro und Hauptspeisen unter 20 Euro, mit Fleischbeilage kann es auch etwas darüber hinausgehen. Auch die Getränkepreise sind absolut im Rahmen.

Das Konzept scheint aufzugehen. Inzwischen kommen nicht nur die Kleingärtner und die Bewohner der Umgebung in das Lokal, sondern auch viele Ausflügler. Denn dafür ist die Gegend auch perfekt geeignet. Ganz in der Nähe befindet sich der Botanische Volkspark Pankow, in dem man wunderbar Spaziergänge machen kann.

Geöffnet ist Mittwoch bis Freitag von 17 bis 21 Uhr und am Wochenende von 12 bis 14.30 Uhr und von 15.30 bis 21 Uhr. Wer sicher sein möchte, einen Platz zu bekommen, sollte lieber reservieren.

Auf der sonnigen Terrasse gibt es etwa 40 und in den zwei Gasträumen etwa 60 Plätze.

Die nächstgelegenen Bushaltestellen sind »Botanischer Volkspark« (Bus 107) und »Rosenthal Kirche« (Bus 124).

Webseite des Lokals

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