Kunst im Wald – das Brücke Museum
Das Brücke Museum gehört eindeutig zu meinen Lieblingsmuseen in Berlin. Nicht nur wegen der sehenswerten Ausstellungen, die es immer wieder zu bieten hat, sondern auch wegen der schönen Lage direkt am Grunewald. So kann man einen schönen Waldspaziergang direkt mit dem Kunstgenuss kombinieren.
Die neueste Ausstellung des Hauses nutzt die schöne Lage nun auch explizit, indem sie den Garten und den Wald rund um das Museum einfach einbezieht. Genau genommen sind es zwei Präsentationen, die am vergangenen Wochenende eröffnet wurden: »Draußen im Museum« und »Draußen unter Kiefern«.
Für die Brücke-Künstler spielte die Natur von Anfang an eine wichtige Rolle. »Zurück zur Natur!«, lautete einer der bekanntesten Rufe der Lebensreformbewegung um 1900, und auch Erich Heckel, Ernst Ludwig Kirchner, Max Pechstein und Karl Schmidt-Rottluff zog es früh aus ihren Ateliers in Dresden und Berlin hinaus ins Grüne, etwa an die Moritzburger Seen.
»Draußen… Im Museum« versammelt dazu rund einhundert Werke aus der eigenen Sammlung, ergänzt um zeitgenössische Positionen der Fotografin Alina Schmuch, der Landschaftsarchitekt*innen von atelier le balto und der Malerin Lizza May David. Gezeigt werden neben bekannten Arbeiten auch etliche selten präsentierte Blätter, Gemälde und Druckgrafiken aus dem eigenen Bestand, dazu Fotografien, die das Museumsgebäude über die Jahreszeiten hinweg begleiten, sowie eine neue Malerei, die in direkten Dialog mit einem Werk aus der Sammlung tritt.
Der enge Bezug zwischen Haus und Landschaft liegt schon im Gebäude selbst begründet. Die bodentiefen Fenster des 1967 eröffneten, von Werner Düttmann entworfenen Museumsbaus lassen Innen und Außen ineinander übergehen, ganz im Sinne dessen, was der Museumsgründer und Brücke-Künstler Karl Schmidt-Rottluff einst beschrieb: wie die umgebende Landschaft »geradezu beglückend einbezogen« wird.
Draußen, auf dem großen Waldgrundstück des Museums, beginnt dann der neue Lehrpfad »Draußen… Unter Kiefern«. Sieben ortsspezifische Arbeiten säumen den Pfad durch den Wald. Während es im Museum in der Regel um Bewahrung und Erhaltung der Kunstwerke geht, ist hier draußen genau das Gegenteil von Interesse. Die für mehrere Jahre angelegte Präsentation soll zeigen, wie sich die Werke im Laufe der Zeit verändern, indem sie den Naturgewalten ausgesetzt sind.
Relativ schnell wird beispielsweise eine Erdskulptur der amerikanischen Künstlerin Jenny Kendler Veränderungen zeigen. Sie ist der berühmten Venus von Milo nachgebildet, besteht aber nicht aus haltbarem Marmor, sondern aus einer Mischung aus Erde und heimischem Wildblumensamen. Es wird spannend zu sehen sein, was daraus wird.
Die amerikanische Künstlerin und Umweltaktivistin ist konsequenterweise für das Projekt aus Klimagründen gar nicht erst angereist, die Arbeit entstand digital, ihre Umsetzung vor Ort erfolgte nach ihren Anweisungen. Sowie überhaupt das Thema Nachhaltigkeit bei beiden Ausstellungen eine wichtige Rolle spielt und in vielen kleinen Details berücksichtigt wird.
Es lohnt sich, den Kunstpfad draußen im Lauf der Zeit öfter zu besuchen, um mitzuerleben, wie Wind, Regen und Bewuchs die Arbeiten allmählich verändern. Das ist auch unkompliziert möglich, denn der Pfad ist währende der Öffnungszeiten frei zugänglich und kostet keinen Eintritt.
Die Ausstellung »Draußen im Museum« läuft noch bis zum 25. Oktober 2026. Das Museum hat von Mittwoch bis Montag von 11 bis 17 Uhr geöffnet, dienstags ist geschlossen. Der Eintritt kostet 6,- €, ermäßigt 4,- €
→ Webseite zum den Ausstellungen
