Mode und Kunst in der Gemäldegalerie
Gerade ist in Berlin die Fashion Week zu Ende gegangen. Eine der letzten Veranstaltungen in diesem Rahmen war der Berliner Salon, der auch in diesem Jahr wieder in der Gemäldegalerie stattfand. Zahlreiche Modedesigner*innen haben dabei ihre Arbeiten präsentiert. Noch bis zum 22. Februar sind sie in der ständigen Ausstellung der Gemäldegalerie zu sehen und schaffen spannende Begegnungen zwischen den hochkarätigen Werken der Alten Meister und Mode von heute. Zusätzlich gibt es zwei weitere Sonderausstellungen in der Gemäldegalerie, die sich mit dem Thema Mode und Kunst beschäftigen.
In »Gallery Looks« (noch bis 31.5.) sind Fotografien zu sehen, die beim Mode-Shooting in den historischen Sälen der Gemäldegalerie im vergangenen Jahr im Rahmen des Berliner Salons entstanden sind. Darüber hinaus zeigt die Ausstellung Videoaufnahmen der Dior Men’s Summer Show 2026, für die der Kreativdirektor Jonathan Anderson die Gemäldegalerie als Inspirationsquelle nutzte und einen der Museumsräume detailgetreu für eine Präsentation nachbauen ließ.
Neben Fotos und Filmen umfasst »Gallery Looks« auch Arbeiten ausgewählter Designerinnen wie Anne Bernecker, Plaid-à-Porter / Estelle Adeline Trasoglu, Karen Jessen und Alexander Gigl. Diese Positionen treten in einen direkten Dialog mit Gemälden aus der Sammlung der Gemäldegalerie. Durch diese Gegenüberstellung werden überraschende Parallelen in Ausdruck, Identität, Stofflichkeit und der kulturellen Bedeutung von Kleidung und malerischer Darstellung sichtbar.
Ein wenig schade ist, dass man in der Ausstellung selbst nur wenig über die Designerinnen und ihre Arbeitsweise erfährt. Dass viele von ihnen mit recycelten Materialien arbeiten, ist zum Beispiel nicht unmittelbar erkennbar.
Um handwerkliche Techniken in der Mode geht es in der zweiten Ausstellung der Gemäldegalerie: »Fashion x Craft: Echoes of Tomorrow«. Hier steht die Weiterentwicklung und Neuinterpretation traditioneller Handwerkskunst im Mittelpunkt. Fünf junge Designer*innen haben im Rahmen der Initiative Fashion x Craft eine Kollektion entwickelt, die Techniken wie Weben, natürliche Färbung und Klöppeln mit zeitgenössischen Ideen verbindet. Die Arbeiten beruhen auf dem Ansatz, Handwerk als generationsübergreifenden Dialog zu verstehen, gerade im digitalen Zeitalter. Ein interessanter Zugang.
Mir gefällt es, dass sich die Gemäldegalerie auch solchen Themen öffnet. Vermutlich erreicht das ein Publikum, das sich sonst weniger für die „ollen Ölschinken“ interessiert. Dabei gibt es in der Gemäldegalerie so viele wirklich wunderbare Meisterwerke zu entdecken.
Geöffnet ist die Gemäldegalerie dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr. Der Eintritt kostet 14,- €
