Liebermann Alles für die Kunst

Nischt wie raus nach Wannsee …

Ein Ausflug an den Wannsee ist nicht nur im Sommer reizvoll. Besonders wenn man ihn mit einem Besuch in der Villa Liebermann verbindet, lohnt er zu jeder Jahreszeit. Auf diesem schönen Anwesen kann man nicht nur einen wunderbaren Blick über den See genießen, sondern auch viel über den ehemaligen Bewohnen des Hauses den Maler Max Liebermann erfahren.

Die Villa Liebermann am Wannsee feiert in diesem Jahr ihr 20. Jubiläum als Museum. Träger ist die Max-Liebermann-Gesellschaft e. V. , die mit viel Engagement, immer wieder sehr interessanten Ausstellungen auf die Beine stellt.

»Alles für die Kunst!« lautet der Titel der ersten Präsentation im Jubiläumsjahr. Im Mittelpunkt steht diesmal nicht nur der Künstler Max Liebermann (1847–1935), sondern auch der Netzwerker und Kulturpolitiker.

Die Schau beleuchtet, wie Liebermann sich strategisch im Kunstbetrieb positionierte, welche Rolle seine internationalen Kontakte spielten und wie er sich im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert für die Anerkennung der modernen Malerei und für künstlerische Freiheit einsetzte.

Die Exponate und Begleittexte zeigen, dass Liebermann weit mehr war als ein produktiver Maler. Er zählte zu den prägenden Figuren der damaligen Kunstwelt, knüpfte gezielt Netzwerke, gründete und leitete Künstlervereinigungen und setzte sich auch gegen Widerstände für seine Ziele ein. Dabei unterstützte er ebenso Künstler wie George Grosz, deren Stil mit seinem eigenen wenig gemein hatte.

Die Ausstellung vermittelt nicht nur interessante Hintergründe, sondern zeigt vor allem beeindruckende Werke. Neben Gemälden von Max Liebermann sind auch Arbeiten vieler anderer Künstler der Zeit zu sehen, darunter Käthe Kollwitz, Heinrich Zille, Auguste Rodin und Oskar Kokoschka.

Nach dem Ausstellungsbesuch sollte man auf jeden Fall noch einen Spaziergang durch den weitläufigen Garten machen, der Liebermann auch oft als Motiv diente.

Vom Bahnhof Wannsee aus erreicht man die Villa Liebermann in knapp 30 Minuten zu Fuß. Alternativ fährt der Bus 114 direkt bis vor das Haus.

Geöffnet ist noch bis zum 25. Mai. m Winter täglich außer Dienstag von 11 bis 18 Uhr. Ab April von 10 bis 18 Uhr. Der Eintritt kostet 12,- €. 

Tipp: BVG-Clubmitglieder, also alle mit einem  BVG-Abo, zahlen nur 6,- €.

Webseite zur Ausstellung

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