Ostgebiete

Ostgebiete – deutsch polnische Spurensuche

Viele von uns erinnern sich an Erzählungen aus der Verwandtschaft, von Oma, Opa oder der Großtante, die immer wieder von ihrer Flucht aus Masuren oder Schlesien erzählten, alles Gebiete, die heute in Polen liegen.

Anlässlich des 35. Jahrestags des deutsch-polnischen Nachbarschaftsvertrags beschäftigt sich eine Ausstellung des Dokumentationszentrums Flucht, Vertreibung, Versöhnung am Anhalter Bahnhof genau mit diesen Gebieten, die im Deutschen oft gerne als »Ostgebiete« bezeichnet werden.

Es sind aber nicht nur verlorene Heimaten, um die es in der Ausstellung mit dem Titel »Ostgebiete / Ziemie Zachodnie – Eine deutsch-polnische Spurensuche« geht. Es geht auch um neue Heimaten. Viele der Menschen, die sich nach 1945 in den polnischen Westgebieten niederließen, waren selbst Vertriebene aus den östlichen Teilen Polens, die nach dem Krieg an die Sowjetunion fielen. Auch sie kamen als Fremde in eine Region, die von Deutschen geprägt war, und mussten sich dort erst langsam eine neue Heimat aufbauen. Die Perspektiven sind grundverschieden und doch untrennbar miteinander verflochten.

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Genau das finde ich an der Ausstellung so spannend. Zehn Fotografinnen und Fotografen aus Deutschland und aus Polen zeigen in ihren künstlerischen Projekten, wie vielschichtig die Sichtweisen sein können. Es geht um Vertriebene, Dagebliebene und Hinzugekommene.

Es gibt nicht die eine Geschichte. Erst zusammengenommen kann man sich ein Bild machen. Eine Herangehensweise, die nicht nur bei diesem Thema hilfreich ist.

Sehenswert ist auch die Dauerausstellung im Haus, die ich hier in meinem Blog schon einmal kurz vorgestellt habe. Sie verteilt sich über zwei Geschosse und versammelt rund 700 Exponate. Sie beleuchtet zunächst die europäische Geschichte der Zwangsmigrationen in sechs Themeninseln, bevor sie im oberen Stockwerk die Flucht und Vertreibung der Deutschen im Kontext des Zweiten Weltkriegs chronologisch aufarbeitet.

Noch bis zum 17.1.2027 ist diese Sonderausstellung zu sehen. Geöffnet ist dienstags bis sonntags von 10 bis 19 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Webseite zur Ausstellung

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