Revisiting Helmut Newton
Der Berliner Helmut Neustädter (1920–2004), besser bekannt als Helmut Newton, gehört sicher zu den wichtigsten Fotografen der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts. Sein Erbe wird seit über 20 Jahren in der Helmut Newton Foundation verwaltet und gepflegt. Sie wurde noch von ihm selbst gegründet und hat ihren Sitz im Museum für Fotografie in der Jebenstraße – direkt neben dem Bahnhof Zoo, von wo aus der aus einer jüdischen Familie stammende Helmut Newton 1938 Berlin und Deutschland verließ.
Nach über 20 Jahren hat die Helmut Newton Foundation nun ihre Dauerausstellung komplett überarbeitet. Auch seiner Frau June (1923–2021), die als Fotografin unter dem Künstlernamen Alice Springs arbeitete, wird nun großer Raum beigemessen.
Startpunkt der Ausstellung ist ein eindrucksvoller Filmraum, in dem mehrere Beamer auf die Wände ringsum Filmsequenzen und Fotos projizieren. Auch Helmut und June Newton selbst kommen dabei zu Wort, ebenso einige Weggefährten. Die Projektion dauert etwa 15 Minuten und läuft als Dauerschleife. Durch die große Projektion kommt einem der Mensch und das Werk im wahrsten Sinne des Wortes sehr nah.
Sehr detailliert mit jeweils einer einzigen Arbeit beschäftigt sich das Projekt „Spotlight: Behind the Frame“ im hinteren Ausstellungsraum. Hier werden je ein Werk von Helmut und June gezeigt und im Detail auf die Arbeiten eingegangen. Man sieht beispielsweise Notizen und Kontaktabzüge und bekommt interessante Hintergrundinformationen.
Die gezeigten Arbeiten sollen in Zukunft immer mal wieder ausgetauscht werden.
In Vitrinen gibt es einige persönliche Gegenstände und Kameras des Fotografen zu sehen sowie private Fotos, die beide voneinander gemacht haben.
An die vielen Ausstellungen – insbesondere von Helmut, aber auch von June Newton – erinnert eine Wand mit 100 Ausstellungsplakaten. Da werden einige Erinnerungen wach an vergangene Galeriebesuche.
Die Ausstellung ist nicht sehr groß, gibt aber einen guten Einstieg zur Arbeit dieses besonderen Fotografenpaares. Ergänzt wird sie regelmäßig durch Sonderausstellungen. Schon im Juni geht es damit im 1. OG los.
Geöffnet ist das Museum für Fotografie Dienstag bis Sonntag von 11 bis 19 Uhr, donnerstags bis 20 Uhr.
Der Eintritt kostet 12,– € und beinhaltet auch die anderen Ausstellungen im Haus. Derzeit läuft dort auch eine Ausstellung über die Bauhaus-Fotografinnen, die ich schon hier empfohlen habe. Gerade die Kombination der sehr verschiedenen Ausstellungen finde ich recht reizvoll.
