Hoppegarten Rennbahn

Schnelle Pferde und viel Grün in Hoppegarten

„Wo laufen sie denn? Wo laufen sie denn?“

Dieses berühmte Loriot-Zitat (original Wihelm Bendow) kommt einem unweigerlich in den Sinn, wenn man zum ersten Mal die weitläufige Anlage der Galopprennbahn Hoppegarten betritt. Selbst wenn das Rennen schon läuft, dauert es oft einen Moment, bis man die Pferde auf der riesigen Bahn erspäht. So groß ist das Gelände. Alles ist offen, grün und wirkt angenehm weitläufig.

Die Galopprennbahn Hoppegarten ist zwar auch eine Sportstätte, aber ganz etwas anders als ein klassisches Stadion. Die Anlage erinnert eher an einen Landschaftspark als an eine Sportarena.

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Hoppegarten liegt am östlichen Stadtrand von Berlin, im Grünen und ist gut erreichbar. Vom gleichnamigen S-Bahnhof sind es nur wenige Minuten zu Fuß. Der kleine Bahnhof wird auch „Kaiserbahnhof“ genannt, weil Kaiser Wilhelm II. angeblich hier ankam, wenn er zu den Rennen reiste. Belegt ist das allerdings nicht. Schön restauriert ist der Bahnhof aber auf jeden Fall. Es gibt dort eine Touristeninformation und ein Café.

Die Geschichte der Rennbahn reicht bis ins Jahr 1868 zurück. Sie war lange Zeit das Zentrum des deutschen Galopprennsports. Noch heute spürt man diesen historischen Charakter überall. Die Tribünen stehen unter Denkmalschutz. Die breiten Wege, die großen Rasenflächen und die alten Bäume erinnern an eine andere Zeit. Es wirkt fast wie ein Ausflug in die 1920er Jahre – mit Hüten, Picknickdecken und Operngläsern.

Man muss kein Pferdekenner sein, um Spaß an einem Besuch dort zu haben. Es gibt auch vieles andere zu sehen und zu erleben.  Neben den Pferden, sind natürlich auch die Menschen interessant zu beobachten. Das Publikum ist sehr vielfältig:  Familien mit Kindern, gut betuchte, eher ältere Herrschaften, aber auch viele junge Leute und echte Rennsportfans und Zocker treffen hier aufeinander.

Noch spannender wird es natürlich, wenn man auch selbst bei den Rennen wettet. Das ist gar nicht so schwierig und schon mit geringen Einsätzen möglich. Es gibt Erklärungen und freundliches Personal, das einem weiterhilft.

Wenn man auf die Favoriten setzt, hat man gar keine so schlechten Chancen. Reich wird man so natürlich nicht.

Ganz nah kommt man den Pferden am sogenannten Führring. Das kann helfen, die Pferde etwas besser einzuschätzen. Dort werden sie vor dem Rennen vorgestellt. Man kann sie aus nächster Nähe beobachten und sieht die Jockeys aufsteigen. Dabei fällt auf, dass auch viele Frauen als Jockeys aktiv sind. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob die dann „Jockette“ heißen.

Auch das Publikum ist sehr vielfältig. Familien mit Kindern, ältere Stammgäste, junge Leute und echte Rennsportfans und Zocker– alle treffen hier aufeinander. Ebenso bunt die Mischung bei der Kleidung. Einige Besucherinnen tragen ganz klassisch Hüte, andere kommen ganz leger in T-Shirt und Turnschuhen. Alles ist möglich – von elegant bis sportlich. Wer sich schick machen will, kann das gern tun, aber es gibt keinen Dresscode. Die Stimmung ist locker, freundlich und keineswegs so formell oder aristokratisch, wie man es aus Filmen von den berühmten Pferderennen in Großbritannien kennt.

Jetzt zu Pfingsten wird es allerdings wahrscheinlich etwas modischer zugehen als bei anderen Renntagen. Am Sonntag, dem 8. Juni, ist  »Fashion Raceday«.  Im Rahmenprogramm präsentieren sich dann einige Modemarken und Labels. Auch das beste Outfit des Publikums wird ausgezeichnet. 

Ich war vor einigen Wochen bei einem Renntag in Hoppegarten und fand die Atmosphäre sehr entspannt und angenehm.  Zum großen Rennsportfan bin ich nicht geworden, aber anschauen sollte man sich die Anlage auf jeden Fall einmal.  Ein interessantes Erlebnis, das mir sogar ein paar (wenige) Euro Gewinn eingebracht hat.

Tickets gibt es im Vorverkauf ab 18,– €.  Am günstigsten ist das sogenannte „Sattelplatz-Ticket“. Damit hat man Zugang zu verschiedenen Bereichen der Rennbahn, darunter der Führring, die Zielgerade, Picknickwiesen und der Biergarten. Es stehen auch überdachte Sitzplätze auf mehreren Tribünen zur Verfügung.

🎟️ Tickets & Termine: www.hoppegarten.com

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