Obstgarten Schildow
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Superfood zum Selberpflücken

Man könnte es eine Fahrt ins Blaue nennen, meinen heutigen Ausflugstipp. Er führt kurz hinter die Berliner Stadtgrenze zum »Obstgarten Schildow«, wo man in diesen Wochen Bio-Heidelbeeren selbst pflücken kann.

Es ist mittlerweile unumstritten, dass diese blauen Beeren so eine Art Superfood sind, die das Immunsystem stärken, freie Radikale bekämpfen (nicht politisch gemeint) und schlicht und einfach lecker schmecken. Besonders gut natürlich, wenn man sie sich auch noch selbst „erarbeitet“ hat.

Seit gut einem Jahr wird der ca. 2,5 Hektar große Obstgarten von Henrike und Matthias Erb-Zeller bewirtschaftet, einem Paar, das ursprünglich aus dem Kulturbereich kommt und vorher mit Blaubeeren nichts am Hut hatte. Sie haben die Anlage vom Vorbesitzer übernommen, der einen Nachfolger suchte. Seither ist das Feld ihr zweites Standbein, da im Sommer der Kulturbetrieb ohnehin etwas ruht.

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Angebaut werden mehrere Sorten der kleinen blauen Beeren, die nacheinander reifen und sich auch im Geschmack unterscheiden, sodass sich ein Besuch über den ganzen Sommer hin lohnt. 

Die Büsche dieser Kulturheidelbeeren wachsen deutlich höher als die kleinen Sträucher im Wald, man muss sich beim Pflücken also kaum bücken. Mich erinnert das ein wenig an das alte Bilderbuch »Hänschen im Blaubeerwald«, in dem der kleine Hans vom Blaubeerkönig in einen Däumling verwandelt wird, um die besten Beeren zu finden. Zwischen den Kulturheidelbeeren von Schildow ist es auch ohne Zauberei recht leicht, sich die schönsten Exemplare auszusuchen.

Bezahlt wird dann nach Gewicht am Verkaufswagen. Das Kilo kostet derzeit 10,- €, möglicherweise nicht viel günstiger als im Laden, aber dafür weiß man genau, was man im Körbchen hat. Natürlich darf man schon während der Ernte von den Sträuchern naschen. Was gleich im Mund landet, wird nicht extra berechnet.

Am Verkaufshäuschen gibt es neben den frischen Beeren auch Marmelade und Heidelbeersuppe im Glas. Astrid Lindgrens Michel aus Lönneberga ist in einer seiner Geschichten mal in solch einen Suppentopf gefallen. Wahrscheinlich ist er daher solch ein Energiebündel.

Vielleicht gibt es demnächst ja mal eine Lesung dieser Geschichte zwischen den Blaubeeren. Die Betreiber haben nämlich vor, auf dem Gelände gelegentlich auch kulturelle Veranstaltungen anzubieten. Ein erstes kleines Konzert hat bereits stattgefunden. 

Einige schattige Sitzgelegenheiten sind bereits vorhanden. Dort kann man auch leckeren Kaffee und Kuchen (natürlich mit Heidelbeeren) sowie Erfrischungsgetränke genießen, die ebenfalls am Verkaufsstand angeboten werden.

Ein perfektes Ausflugsziel für das Wochenende, und auch ohne Auto sehr gut zu erreichen. Vom S-Bahnhof Mühlenbeck-Mönchmühle (Linie S1 Richtung Oranienburg) ist es nur ein kurzer Spaziergang auf einem sehr schönen Weg mitten durchs Grüne. Wenn man vom S-Bahnsteig die Treppe runtergeht, muss man gleich rechts in einen kleinen Weg einbiegen. Von dem Hinweisschild, dass dort nicht gestreut wird und das Betreten auf eigene Gefahr ist, sollte man sich zumindest in dieser Jahreszeit nicht abhalten lassen.

Bei Komoot habe ich auch einen kleinen Rundgang hinterlegt, der zum Obstgarten und dann ein wenig durch Schildow zum Freibad am Kiessee und zurück zur S-Bahn führt. Ein kleiner Spaziergang, der auch bei heißem Wetter gut zu schaffen ist.

Geöffnet ist derzeit samstags und sonntags von 10 bis 18 Uhr. Wie lange die Erntezeit noch läuft, schaut man am besten auf der Webseite nach.

Webseite Obstgarten Schildow

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