Von Wartenberg bis Ahrensfelde
Ein Tipp für einen Spaziergang in den äußersten Nordosten Berlins. Hier, ganz am Rand der Großstadt, gibt es viel Grün, ein paar dörfliche Überreste und sogar historisch Interessantes zu entdecken.
Als Ausgangspunkt bietet sich der S-Bahnhof Wartenberg an. Wartenberg ist ein Ortsteil von Berlin-Lichtenberg. Hier gibt es große Neubaugebiete, aber auch kleine Einfamilienhäuser. Vom Bahnhof ist es nicht weit zum Landschaftspark Wartenberger Feldmark. Gleich am Anfang wird man jetzt im Frühling noch von herrlich blühenden japanischen Zierkirschen begrüßt. Die Bäume wurden Anfang der 90er Jahre von der japanischen Bevölkerung an Berlin gespendet. Ebenso auch die Nachbildung eines japanischen Tores, das gerade erst restauriert wurde. Erinnert werden soll damit an die deutsche Wiedervereinigung, die in Japan sehr begrüßt wurde.
Hinter den Kirschbäumen beginnt die Feldmark. Die Fläche gehörte ab dem 19. Jahrhundert zu den Berliner Rieselfeldern, auf denen das Abwasser der Stadt entsorgt wurde. Nach Ende dieser Nutzung lag sie lange brach. Um 2000 entstand daraus durch einen Senatswettbewerb der heutige 210 Hektar große Landschaftspark.
Die von mir vorgeschlagene Route führt weiter entlang des Hechtgrabens und bietet einen weiten Blick über die Feldmark. Immer wieder finden sich blühende Obstbäume und knallgelb blühende Löwenzahnwiesen. Es gibt einige Rast- und Spielplätze an der Strecke.
Wer möchte, kann auch einen Abstecher zum alten Dorfkern von Wartenberg machen. Viel ist davon allerdings nicht mehr zu erkennen. Ich empfehle daher, weiter am Ortsrand zu laufen. Hinter der „Lindenberger Straße“ verlassen wir den Hechtgraben und biegen in die „Grüne Trift“ ein. Anfangs noch eine Straße, später nur ein Fuß- und Radweg. Durch eine Kleingartenkolonie und an Feldern vorbei kommt man zum Berliner Tierheim. Es wurde vor rund 25 Jahren hier errichtet und ist mit einer Fläche von 16 Hektar das größte Tierheim Europas. Etwa 1.300 Tiere werden dort versorgt. Immer wieder begegnet man hier meist jungen Frauen, die Hunde des Tierheims ausführen – natürlich alle vorbildlich mit Leine und Maulkorb.
Direkt neben dem Tierheim gibt es einen öffentlich zugänglichen Tierfriedhof mit teilweise üppig gestalteten Gräbern für Hunde und Katzen. Der Friedhof ist sehr beliebt. Einzelgräber sind wegen Platzmangels wohl nur noch für kleinere Hunde und Katzen möglich.
Nach dem kleinen Abstecher auf den Tierfriedhof geht es weiter in das benachbarte Dorf Falkenberg. Auch das gehört noch zu Berlin. Es wurde im 13. Jahrhundert von Siedlern angelegt. Aus dieser Zeit ist nichts mehr zu sehen. Aber immerhin existiert der Friedhof noch, der im 14. Jahrhundert angelegt wurde. Besonderheit ist hier die Familiengruft der von Humboldts. Die Mutter der berühmten Naturforscher Alexander und Wilhelm von Humboldt besaß hier ein Gut und ist gemeinsam mit ihrem Mann hier begraben.
Direkt gegenüber dem Friedhof befindet sich das ehemalige Gutsarbeiterhaus. Die Außenmauern bestehen aus hartgebrannten roten Ziegelsteinen und ungebrannten Lehmziegeln. Es ist die einzige noch erhaltene Lehmkate Berlins. Das Haus wurde saniert und beherbergt jetzt das sehr schöne Café/Restaurant »Lehmsofa«. Sowohl innen als auch außen kann man sehr angenehm sitzen und selbstgebackene Kuchen, aber auch herzhafte Küche mit kanadischem Einschlag genießen.
Frisch gestärkt geht es dann weiter durch den kleinen Gutspark über die Stadtgrenze hinweg bis nach Ahrensfelde. Unterwegs kommt man an Pferdekoppeln, einem versteckten See und vielen Kleingärten vorbei – an allen Ecken mit viel frischem Grün und Blüten. Von Ahrensfelde geht es dann mit der S-Bahn wieder zurück in die Stadt.
Der vorgeschlagene Weg ist gemütliche 8 Kilometer lang und kann natürlich beliebig variiert werden. Jetzt im Frühling finde ich es besonders schön dort, aber auch zu andere Jahreszeiten hat die Gegend natürlich ihren Reiz.
