Käthe Kollwitz und das Theater
Hinweis: Dieser Beitrag stammt aus dem Archiv und ist nicht mehr aktuell.

Vorhang auf für Käthe Kollwitz

Das Käthe-Kollwitz-Museum in Berlin überrascht erfreulicherweise immer wieder mit Ausstellungen, die neue Perspektiven auf das Werk der Künstlerin eröffnen. Auch die aktuelle Schau »Käthe Kollwitz und das Theater« gehört in diese Reihe. Sie widmet sich der engen Beziehung der Künstlerin zu Theater und Bühne.

Käthe Kollwitz hat nie direkt für das Theater gearbeitet. Bühnenbilder oder Theaterplakate von ihr gibt es nicht. Dennoch spielte das Theater in ihrem Leben eine große Rolle. Schon als Kind beschäftigte sie sich damit, etwa beim Spiel mit einem der damals sehr beliebten Papiertheater. Später besuchte sie regelmäßig Aufführungen und setzte sich in Briefen und Tagebüchern intensiv mit dem Gesehenen auseinander. Nicht nur am Schauspiel war sie interessiert, sondern auch an Tanz in verschiedenster Form. Sicherlich auch aus Interesse an Bewegungsstudien für ihre eigene künstlerische Arbeit.

Auch in ihrem familiären Umfeld war das Theater stark präsent. Ihr Bruder Conrad Schmidt war Vorsitzender der Freien Volksbühne, der ersten kulturpolitischen Organisation der deutschen Arbeiterbewegung. Sie bemühte sich darum, dass Theaterbesuche für alle sozialen Schichten erschwinglich wurden. Mitglieder konnten Aufführungen zu ermäßigten Preisen besuchen.

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Für das Programmheft der Freien Volksbühne gestaltete Kollwitz ein Titelblatt mit einer wunderbaren kleinen Zeichnung. Eine der wenigen Arbeiten mit konkretem Theaterbezug. Diese Zeichnung schmückt auch das Titelbild des sehr gelungenen Ausstellungskataloges

Rund 100 Objekte werden in der Ausstellung gezeigt. Natürlich einiges aus dem eigenen umfangreichen Bestand des Museums, aber auch viele Leihgaben. So beispielsweise Werke von Georg Kolbe, Ernst Barlach, August Macke oder Max Liebermann.

Die Ausstellung zeigt nicht nur, wie Kollwitz sich von Bühnenproduktionen ihrer Zeit inspirieren ließ, sondern vermittelt auch ein lebendiges Bild der damaligen Berliner Theaterlandschaft. Zwischen dem späten 19. Jahrhundert und 1933 galt Berlin als eine der bedeutendsten Theatermetropolen der Welt.

Das demonstrieren auch zwei Modelle von Max Reinhardts Großem Schauspielhaus, die vom Stadtmuseum zur Verfügung gestellt wurden. Das Theater gehörte damals zu den modernsten Bühnen Europas.

Kleiner Funfact: Auch das Käthe-Kollwitz-Museum ist in einem ehemaligen Theater untergebracht. Die Museumsräume gehören zum ehemaligen Theaterbau des Charlottenburger Schlosses. Das 1788 nach Plänen des Architekten Carl Gotthard Langhans errichtete Gebäude ist allerdings schon sehr lange kein Theater mehr. Auch Käthe Kollwitz hat hier zu ihren Lebzeiten keine Aufführungen mehr erleben können. Dafür hat sie jetzt hier im Museum ihren eigenen ganz großen Auftritt.

Zu sehen ist die Sonderausstellung noch bis zum 3. Mai täglich von 11 bis 18 Uhr. Der Eintritt kostet 10,- €.  

Webseite zur Ausstellung

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