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Heavy Metal in der DDR
Ein spannendes Kapitel der Musik- und Jugendkultur der DDR beleuchtet die Sonderausstellung »Heavy Metal in der DDR« in der Kulturbrauerei in Prenzlauer Berg.
In den 1980er Jahren gewann Heavy Metal auch in der DDR immer mehr Anhänger. Die harte, oft laute und aggressive Musik galt der Staatsführung zunächst als verdächtig. Doch die Begeisterung der Fans war ungebrochen. Um an begehrte Schallplatten oder zumindest an bespielte Kassetten zu kommen, waren kreative Lösungen gefragt. Auch typische Metal-Accessoires wie Lederjacken, Nietenarmbänder und Band-Shirts waren in der DDR Mangelware. Viele Fans stellten ihre Outfits in mühevoller Handarbeit selbst her – einige dieser Unikate sind in der Ausstellung zu sehen.
Besonders spannend in der Ausstellung sind die Zeitzeugenberichte, die an verschiedenen Stationen abrufbar sind. Sie vermitteln ein lebendiges Bild der damaligen Metal-Szene und geben Einblick in die Herausforderungen, mit denen Fans konfrontiert waren.
Während die DDR-Führung Punks als politische Provokateure einstufte, galten Metal-Fans als vergleichsweise unpolitisch. Gegen Ende der 1980er Jahre wurde Heavy Metal zunehmend toleriert und fand sogar Platz im staatlichen Jugendsender DT64.
Die Ausstellung endet nicht mit dem Mauerfall, sondern verfolgt die Entwicklung der ostdeutschen Heavy-Metal-Szene weiter – von den 1990er Jahren über die 2000er bis in die Gegenwart. Sie zeigt, wie sich die Szene nach der Wiedervereinigung veränderte und welchen Einfluss sie bis heute hat.
Die Ausstellung ist liebevoll gestaltet und nicht nur für Metal-Fans einen Besuch wert. Musik gibt es natürlich auch zu hören. In einer schallisolierten Kabine kann man sogar richtig laut aufdrehen.
Die Ausstellung läuft noch bis zum 31. August und ist wie das Haupthaus des Museums dienstags bis freitags von 09:00 bis 18:00 Uhr sowie am Wochenende von 10:00 bis 18:00 Uhr