Kafka auf der Spur

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Auch wenn das Kafka-Jahr zum Gedenken des 100. Todestages des großen Schriftstellers inzwischen vorbei ist, zeigt das Jüdische Museum noch bis zum 4. Mai 2025 die Sonderausstellung »Access Kafka«.

Es geht in der Ausstellung aber nicht nur darum, wie man einen Zugang (Access) zu Kafka und seinem Werk findet, sondern auch generell um das Thema Zugang und Teilhabe. Themen, die auch Kafka in verschiedener Form beschäftigt haben.

Literatur auszustellen, ist ein recht schwieriges Unterfangen und wird oft etwas langweilig. Die Ausstellung beschränkt sich daher nicht darauf, Original-Manuskripte, Zeichnungen und Briefe Kafkas zu zeigen, sondern stellt sie zeitgenössischen Kunstwerken gegenüber.

Angeordnet ist dies alles in sechs Themenräumen: Wort, Körper, Gesetz, Raum, Judentum und Access Denied.

Zu jedem der Themenbereiche liegt auch ein kurzer Kafka-Text aus, den man sich mitnehmen kann. Zu den Kunstwerken gibt es weiterführende Erklärungen in einer kostenlosen Broschüre.  

Ich hätte mir gewünscht, dass die Erklärungstexte auch direkt an den Werken angebracht wären. So muss man immer blättern, um den jeweiligen Eintrag zu finden, denn so ganz ohne Erklärung fällt es doch oft schwer (mir zumindest) den Zusammenhang mit Kafkas Werk zu erkennen. Es macht aber Spaß, sich darauf einzulassen und auch eigene Zugänge zu den Werken zu entwickeln. 

Wenn es nach dem Autor selbst gegangen wäre, hätten wir heute gar keinen Zugang mehr zu seinem Werk. Kafka hatte verfügt, dass nach seinem Tod alle unvollendeten Manuskripte, Tagebücher und Briefe vernichtet werden.  Da er keines seiner größeren Werke wirklich abgeschlossen hatte, hätte das fast alle betreffen.  Sein langjähriger Freund Max Brod hat sich darüber hinweggesetzt. Nur diesem Umstand ist es zu verdanken, dass wir uns heute noch mit diesen vielschichtigen Texten beschäftigen können. Die Ausstellung bietet dazu eine gute Gelegenheit und interessante Impulse.  

Auch außerhalb der Ausstellung kann man sich in Berlin ganz konkret auf Kafkas Spuren begeben. Auf der Webseite Jewish-Places werden Orte beschrieben, die mit Kafka in Verbindung stehen. So z. B. sein letzter Berliner Wohnort in Berlin-Steglitz.

Die Ausstellung findet im Altbauteil des Jüdischen Museums statt und ist täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet 10,– €

-> Webseite zur Ausstellung

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