Das kleine Grosz Museum
Hinweis: Dieser Beitrag stammt aus dem Archiv und ist nicht mehr aktuell.

Das kleine Grosz Museum

Seit Mai 2022 gibt es ein weiteres Museum in der ohnehin schon nicht kleinen Berliner Museumslandschaft.  Das kleine, aber ganz besondere Haus ist jedoch eine echte Bereicherung.  

Gewidmet ist es dem Leben und Werk des Künstlers George Grosz. Standort ist eine ehemalige Tankstelle in der Schöneberger Bülowstraße 18. 

Es ist ein privates Museum und soll zunächst erst mal für fünf Jahre geöffnet sein.

Im Erdgeschoss gibt es eine Daueraustellung mit einer Einführung zu Leben und Werk des Künstlers. Gezeigt werden Originaldokumente, Fotos und natürlich einige originale Werke aus seinem vielfältigen Schaffen.

Im Obergeschoss gibt es wechselnde Ausstellungen. In der ersten Ausstellung, die bis Oktober 2022 läuft, liegt der Schwerpunkt auf dem Frühwerk von Georg Grosz, der damals eigentlich noch Georg Gross hieß.   Es ist wirklich das Frühwerk, die ersten Zeichnungen hat er schon als 10-Jähriger erstellt. Schon in diesen ganz frühen Werken zeigt sich sein großes Talent.  Schon in relativ jungen Jahren kann er erste Zeichnungen publizieren. Oft humoristisch, aber meist auch schon gesellschaftskritisch. Nach den Erfahrungen des 1. Weltkrieges wird er in seinen Werken dann noch politischer und entwickelt seinen unverkennbaren Stil.

Auf jeden Fall eine sehr sehenswerte Ausstellung. Zur Ausstellung gibt es auch einen Katalog.

Ganz besonders schön ist auch das Gebäude. Von der Straße aus fast nicht zu erkennen, verbirgt sich hier eine kleine Oase der Ruhe. Die besondere Architektur der ehemaligen Shell-Tankstelle aus den 1950er-Jahren ist noch gut zu erkennen. Wo früher die Zapfsäulen standen, kann man jetzt hervorragend sitzen und einen Kaffee trinken.

Die Lage das Museum könnte für ein Grosz-Museum nicht besser gewählt sein. Die Bülowstraße, die Hochbahn, der nahegelegen Nollendorfplatz mit dem Metropoltheater – vieles erinnert an Motive aus George Grosz Bildern und Zeichnungen. Zu seiner Zeit war diese Gegend wahrscheinlich noch lebendiger und urbaner als heute. Aber sie entwickelt sich langsam wieder. Das neue Museum ist auf jeden Fall ein lohnender Grund, diesen Kiez mal wieder zu besuchen.

Der Eintritt kostet 10,- €. Man sollte vorher ein Zeitfensterticket buchen.

Weitere Informationen

Webseite des Museums

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