Prächtige Gewänder im Bode Museum

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Eine kleine, recht spezielle, aber dennoch sehr sehenswerte Sonderausstellung ist derzeit im Bode-Museum zu sehen. Im Mittelpunkt stehen rekonstruierte Prachtgewänder nubischer Würdenträger, wie sie im frühen Mittelalter in dieser Region getragen wurden.

Als Vorlagen für die Fertigung dienten Wandmalereien aus der Kathedrale von Faras, der ehemaligen Hauptstadt des Königreichs Makuria, das bis ins 14. Jahrhundert ein christlicher Staat war.

Die Kathedrale wurde in den 1960er Jahren durch den Bau des Assuan-Staudamms zerstört. Eine internationale Gruppe von Wissenschaftler*innen konnte jedoch die Wandmalereien retten. Heute befinden sich diese bedeutenden Kunstwerke im Nationalmuseum in Warschau und im Sudan-Nationalmuseum in Khartum.

Die neu entstandenen prächtigen Gewänder wurden erstmals im Pariser Louvre präsentiert und sind nun im Bode-Museum zu sehen. Dort werden sie zusammen mit ausgewählten Textilien aus der Sammlung des Museums für Byzantinische Kunst und des Museums für Islamische Kunst gezeigt. Unter den Exponaten befindet sich z. B.  auch eine kleine Baumwolldecke — ein Hinweis darauf, dass in dieser Region bereits früher als beispielsweise in Ägypten Baumwolle kultiviert wurde.

Besonders beeindruckend ist die detailgetreue Rekonstruktion der Gewänder, die einst von Königen, Bischöfen und anderen hohen Würdenträgern getragen wurden. Die kunstvolle Gestaltung vereint Einflüsse aus Byzanz, dem Nahen Osten und Afrika. Die farbenfrohen Muster und filigranen Stickereien verdeutlichen, welche hohe Bedeutung Kleidung schon damals für die Darstellung von Macht und sozialem Status hatte.

Diese Ausstellung zeigt einmal mehr die kulturelle Bedeutung dieser Region Afrikas für die Menschheitsgeschichte. Umso dramatischer ist es, dass dieses Erbe durch den aktuellen Bürgerkrieg im Sudan vor der Zerstörung steht.

Noch bis zum 12. April 2025 ist die Ausstellung zu sehen.

Geöffnet ist das Museum jeweils Mittwoch bis Freitag von 10 bis 17 Uhr und an den Wochenenden von 10 bis 18 Uhr.

Ein Ticket kostet 12,– € und ist für das ganze wunderbare Museum gültig.  Das sollte man auf jeden Fall nutzen und sich auch die zahlreichen anderen Bereiche des Museums anschauen. 

Webseite zur Ausstellung

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