Berlinische Galerie Rineke Dijkstra
Hinweis: Dieser Beitrag stammt aus dem Archiv und ist nicht mehr aktuell.

Rineke Dijkstra – Portraits

Ausdrucksvolle Porträts sind das Markenzeichen der niederländischen Fotografin Rineke Dijkstra (*1959).  Die Berlinische Galerie zeigt derzeit eine umfangreiche Ausstellung mit ihren Werken.

Besonders  Kinder und Jugendliche porträtiert sie gerne. Einige hat sie auch über einen  längeren Zeitraum begleitet und immer wieder fotografiert. Spannend, so ganz genau die Entwicklung  eines jungen Menschen zu erleben. 

In den 90er Jahren hat die Fotografin auch in Berlin gelebt und gearbeitet.  Im Berliner Tiergarten hat sie ihre Serie »Parks« begonnen, die sie später in anderen Städten fortsetzte. 

Erstaunlich, wie sie es schafft, dass ihre spontan angesprochenen Modelle recht natürlich und locker vor der Kamera stehen.   Denn sie arbeitet nicht mit einer kleinen mobilen Kamera, sondern mit einer analogen Plattenkamera, teilweise auch mit ergänzendem Kunstlicht.  Es sind also alles andere als Schnappschüsse, auch wenn es manchmal so wirkt. 

Besonders eindrucksvoll fand ich eine Serie mit Fotos junger Mütter. Fast direkt nach der Geburt des Kindes aufgenommen. Sie schafft, dass die Bilder dieses doch sehr persönlichen, intimen Moments nicht peinlich und voyeuristisch erscheinen.

Die Bilder der Mütter werden in der Ausstellung kombiniert mit Porträts portugiesischer Stierkämpfer direkt nach dem Kampf.  Das klingt zunächst etwas absurd, aber die Ähnlichkeit der Emotionen, die diese Gesichter vermitteln, ist schon faszinierend: Erschöpfung, Erleichterung, Stolz, Sorge, Glück, all das spiegeln die Bilder wider. 

Neben den Fotos werden auch zwei Videoprojekte gezeigt. In einer der Arbeiten beobachtet sie mit der Filmkamera eine Schülergruppe dabei, wie sie im Museum ein Bild anschaut und beschreiben, was sie darauf sehen.  Die Kamera ist dabei statisch auf die Gesichter der Schüler gerichtet. Das Bild, über das gesprochen wird, ist nicht zu sehen.  Sehr spannend.

Noch bis zum 10. Februar kann man die Ausstellung besuchen. Geöffnet ist sie täglich außer montags von 10 bis 18 Uhr.  Am Wochenende gibt es jeweils um 15 Uhr eine Führung.   Der Eintritt kostet 10,– €

-> Webseite zur Ausstellung

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