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Hinweis: Dieser Beitrag stammt aus dem Archiv und ist nicht mehr aktuell.

Träum weiter – Berlin in den 90er Jahren

Zurück in die 1990er Jahre in Berlin führt uns eine neue Foto-Ausstellung bei C/O Berlin.

Das war eine spannende Zeit des Aufbruchs und der Veränderung.  Nicht nur die DDR hörte auf zu existieren, sondern auch das alte West-Berlin veränderte sich radikal.

Es war eine Zeit, in der alles möglich schien. So empfand es wohl auch eine Gruppe von Fotograf*innen aus der gerade verschwundenen DDR, die 1990 die Agentur OSTKREUZ gründeten.  Mit dabei waren beispielsweise Sibylle Bergemann, Harald Hauswald, Ute Mahler und Annette Hauschild.  Sie hat die aktuelle Ausstellung auch mit kuratiert. 

Die Bilder der OSTKREUZ-Agentur sind sehr präsent, wenn es um die Erinnerung an diese Zeit geht.  Viele Fotos kennt man (und sieht sie immer wieder gerne), aber es gibt auch einiges Neues in der Ausstellung zu entdecken.  Oft sind es Fotos, die damals wenig interessant erschienen, weil sie einfach nur Alltag zeigten. Mit dem Zeitabstand von mehreren Jahrzehnten sieht man gerade solche Bilder mit ganz anderen Augen und bekommt lebendige Eindrücke über die Atmosphäre dieser wilden Jahre. 

Der Titel der Ausstellung »Träum weiter« ist natürlich bewusst doppeldeutig gewählt.  Schon damals wurde manch einer belächelt, der von einem besseren Deutschland und einer gleichberechtigten Einheit träumte. 

Manche Träume haben sich zerschlagen.  Vieles ist anders gekommen als erwartet. Manches wurde besser, anderes schlechter. 

Aber der Rückblick auf die vergangenen Jahre zeigt auch, dass es sich lohnen kann, weiter zu träumen.  Manches, was man nie für möglich gehalten hätte, ist eingetreten. 

Egal, ob man die 90er Jahre in Berlin selbst miterlebt hat, oder sie nur aus Erzählungen kennt, die Ausstellung ist für jeden interessant.  Die Älteren werden alte Erinnerungen auffrischen und die Jungen werden oft staunen, was damals alles möglich war. 

Noch bis zum 22. Januar 2025 ist die Ausstellung zu sehen.  Geöffnet ist täglich von 11 bis 20 Uhr.  Der Eintritt kostet 12,– € und gilt dann auch für die zwei anderen aktuellen Ausstellungen im Haus. 

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