Alte Mälzerei Lichtenrade

Direkt am S-Bahnhof Lichtenrade steht ein großer Backsteinbau, bei dem sich bestimmt schon einige gefragt haben, was es damit auf sich hat.

Bis zum Ersten Weltkrieg wurde hier Malz für die Schöneberger Schlossbrauerei produziert. Die Mälzerei wurde 1897 nach Plänen des Architekten Wilhelm Walther gebaut. In dieser Zeit began die Stadt zu expandieren und damit stieg natürlich auch die Nachfrage nach Bier. Der Standort in Lichtenrade wurde gewählt, weil hier durch die Bahnlinie nach Dresden eine gute Anbindung gewährleistet war. Malz wird aus Gerste hergestellt und dieser Rohstoff wurde in Güterwagen angeliefert.

Nach dem Ersten Weltkrieg war Getreide knapp und wurde rationiert. Daher lohnte sich der Betrieb der Mälzerei nicht mehr. In der Folge wurde das Gebäude überwiegend für verschiedene Lagerzwecke genutzt.

Vor einigen Jahren gab es Bestrebungen das historische Gebäude in eine Shopping-Mall zu verwandeln. Diese Idee wurde Gott sein Dank von verschiedenen Initiativen abgeschmettert.

Das Gelände wurde von der UTB Projekt GmbH aus Berlin übernommen. Ein Unternehmen, das sich der nachhaltigen Stadtentwicklung verschrieben hat. Was man so liest, hat das bisher recht gut funktioniert. Nach umfassender denkmalgerechter Sanierung sind jetzt verschiedene öffentliche Einrichtungen (Kinder-Museum, Musikschule, VHS, Bibliothek, Suppenküche) und einige private Firmen (z. B. Gesundheitssport) in das Gebäude eingezogen. Viele Bereiche sind für die Öffentlichkeit zugänglich. So kann sich jeder einem Eindruck von der wie ich finde recht gelungen Sanierung machen.

Die ursprüngliche Funktion des Gebäudes ist an manchen Stellen noch gut zu erkennen. So z. B. die alte Heizungsanlage mit dem schönen Namen „Heiße Sau“. Sie diente einst der Trocknung des Getreides.

Die Volkshochschule Tempelhof-Schöneberg bietet gelegentlich Führungen durch die Alte-Mälzerei an, bei denen man viel Wissenswertes erfahren kann.

Rund um die Mälzerei entsteht ein neues Stadtquartier. Das „Lichtenrader Revier“ mit Mietwohnungen, Geschäften, Kita und Sporteinrichtungen. Klingt recht vielversprechend, zumal wohl von Anfang an verschiedene Bürgergruppen und Initiativen in die Planung einbezogen wurden.

Erreichbar ist das Gebiet perfekt mit der S-Bahn. Es liegt direkt neben dem S-Bahnhof Lichtenrade. Auch dieser ist gerade eine Baustelle, weil hier für die „Dresdner Bahn“ gebaut wird.

Es tut sich was in Lichtenrade.


Weitere Informationen

Webseite der Mälzerei Lichtenrade

Kindermuseum unterm Dach

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