Banksy Ausstellung – Kunst, Kommerz und ein Phantom

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Vieles an dieser Ausstellung ist ungewöhnlich. Das fängt schon beim Ausstellungsort an. Es sind die Räume des ehemaligen Conrad-Elektronik-Marktes an der Martin-Luther-Straße Ecke Kleistraße in Berlin-Schöneberg. Das sogenannte »Kleisteck«. Derzeit versteckt hinter Baugerüsten.

Ungewöhnlich ist natürlich auch der Künstler. »Banksy« gehört sicherlich zu den bekanntesten und populärsten Kunstschaffenden unserer Zeit und trotzdem, weiß man sehr wenig über ihn. Seine wahre Identität ist immer noch unbekannt.

Er stammt aus Großbritannien, wahrscheinlich aus Bristol. So viel ist inzwischen halbwegs gesichert. In den 1990er-Jahren tauchten die ersten Street-Art-Werke von ihm in verschiedenen Städten auf. Inzwischen gibt es auch einige Druckgrafiken und Bilder, die offiziell über seine eigene Agentur gehandelt werden und auf Auktionen ungeheure Preise erzielen.

Die Ausstellung in Berlin hat den Titel »A VANDAL TURNED IDOL« und zeigt 18 nachgewiesene Originale und 43 Originalprints aus Privatsammlungen. Ansonsten werden seine Arbeiten in Fotos und Videos umfangreich präsentiert.

Gegliedert ist die Ausstellung in verschiedene Themenräume. Es geht um grundlegende Themen wie Krieg, Umwelt, Konsum und Tod. Banksy ist ein Künstler, der in seinen Werken klar Stellung bezieht. Mit dem herkömmlichen Kunstmarkt möchte er nichts zu tun haben. Ausstellung wie diese lehnt er ab und hat sie auch nicht autorisiert.

Es ist natürlich eine schwierige Frage, ob man eine Ausstellung gewissermaßen auch gegen den Willen des Künstlers machen sollte. Darüber kann man trefflich diskutieren und ich habe da für mich auch noch keine eindeutige Antwort gefunden.

Sehenswert finde ich die Ausstellung aber auf jeden Fall. Sie gibt einen guten Überblick über Banksys Werk und erklärt in den Begleittexten und dem Audioguide (Smartphone und Kopfhörer mitbringen) interessante Hintergründe.

Den Audioguide empfand ich allerdings teilweise auch etwas bemüht locker und dadurch anstrengend. Die Tonlage hat stellenweise etwas von einer penetrant gut gelaunten Morgenradio-Moderation.

Überhaupt verliert sich die Ausstellung, für meinen Geschmack, manchmal zu sehr im oberflächlichen Spektakel. So z. B. beim nachempfundenen Atelier mit der geheimnisvollen Künstlerfigur (siehe Titelbild).

Es ist eben ganz klar ein kommerzielles Unternehmen, das möglichst ein breites Publikum ansprechen möchte, auch um Geld zu verdienen. Das ist ja auch durchaus legitim, beißt sich aber an manchen Stellen deutlich mit der Aussage der ausgestellten Kunstwerke.

Ob einem der Besuch der Ausstellung den stolzen Eintrittspreis ab 22,– € wert ist, muss jeder für sich selbst entscheiden. Die Ausstellung läuft noch bis zum 29. Februar. Die Ausstellung wurde bis zum 12. Mai 2024 verlängert.

Was hältst du von dieser Ausstellung? Freue mich über Kommentare.

Weitere Informationen

Transparenzhinweis: Das Ticket für die Ausstellung wurde mir vom Veranstalter kostenlos zur Verfügung gestellt.

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