Spaziergang durch den Biesenhorster Sand

Es ist immer wieder erstaunlich, welche Naturoasen man in der Stadt immer noch entdecken kann. Die Tour, die ich im Folgenden vorstellen möchte, startet am S-Bahnhof Biesdorf (S5) im Bezirk Marzahn-Hellersdorf und führt uns in das Naturschutzgebiet Biesenhorster Sand. Es wurde erst 2021 als Naturschutzgebiet ausgewiesen und besticht durch eine Vielfalt an Flora und Fauna.

Aber zunächst liegt von der S-Bahn kommend Schloss und Schlosspark Biesdorf auf der Route. Das im Stil einer italienischen Villa gebaute Schlösschen basiert auf Entwürfen des Architekten Heino Schmieden. Der wunderschöne Park wurde von den Landschaftsarchitekten Eduard Neide und Albert Brodersen gestaltet.

Prominentester Besitzer des Anwesens war der Erfinder und Industrielle Werner von Siemens (1816-1892). Später wurde es von der Stadt Berlin übernommen und erlebte eine wechselvolle Geschichte. Heute ist das Schloss kommunale Galerie des Bezirkes Marzahn-Hellersdorf und Veranstaltungsort für unterschiedliche Kulturveranstaltungen. Es gibt immer wieder interessante Ausstellungen und Konzerte. Auch ein Café mit einer schönen Terrasse mit Blick in den Park gibt es.

Nach einer kleinen Runde durch den Park und eventuell einem Besuch im Schloss (täglich außer dienstags geöffnet) geht es weiter Richtung Süden zum alten Dorfkern.

Über den alten Dorfanger verläuft jetzt die stark befahrene Bundesstraße 1, die wir überqueren müssen. Die alte Dorfkirche und einige andere ältere Gebäude erinnern noch an ruhigere dörfliche Zeiten.

Nach kurzem Weg erreichen wir den Biesdorfer Baggersee. Er entstand im 19. Jahrhundert als Sand- und Kiesgrube. Die Baumaterialien wurden für die Bebauung der Umgebung benötigt. 

Heute ist er ein Biotop für viele Tier- und Pflanzenarten. Baden ist in dem See nicht erlaubt, weil er auch als Großfilteranlage für Regenwasser dient. 

Beliebt und belebt ist er im Sommer natürlich trotzdem. Das liegt sicherlich auch daran, dass die U-Bahnstation „Biesdorf-Süd“ ganz in der Nähe liegt. Die U-Bahn verläuft hier allerdings oberirdisch und unser Weg führt unter ihr hindurch. 

Kurz darauf beginnt das rund 108 Hektar große Gebiet »Biesen­horster Sand«. Der Name Biesenhorst ist ein   sogenanntes Kofferwort aus Bies(dorf) und (Karls)horst, den beiden Ortsteilen in den denen das Gebiet liegt.


Das Gelände hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Es war Waldfläche, Acker, Flugplatz, Militärgelände und Bahngebiet. Jetzt dient es der Naherholung und dem Schutz der Natur.

Noch bis 1994 gab es auf dem Gelände einen Rangierbahnhof und ein Kasernengelände der Sowjetarmee mit einem eigenen Verladebahnhof. Die Spuren der Bahnlinien sind noch an vielen Stellen sichtbar.

Unser Weg führt durch abwechslungsreiche Landschaftsformen. Teils bewaldet, teils offene Trockenrasen-Landschaft. Dafür, dass das so bleibt und nicht alles zuwächst, sorgen unter anderem auch Schafe und Rinder, die in mehreren großen Koppeln ihren Job als Landschaftspfleger machen. Dankenswerterweise sorgen auch viele ehrenamtliche menschliche Helfer dafür, dass sich die Natur hier gut entwickeln kann. Das scheint sehr erfolgreich zu sein. Allein 778 Käferarten wurden hier nachgewiesen. Ich wusste offen gesagt gar nicht, dass es so viele gibt. Daneben auch gibt es hier eine Vielzahl von Schmetterlingen und anderen Insekten. Und wo es Insekten gibt, gibt es natürlich auch viele Vogelarten. Es lohnt sich also, aufmerksam an den Wegesrand zu schauen und sich Zeit zu nehmen für dieses schönes Gebiet.

Am Ende der Tour wird es wieder laut. Wir müssen eine stark befahrene Straße überqueren und erreichen den S-Bahnhof Wuhlheide. Von hier kommt man wieder gut in die Stadt. Ein Besuch im benachbarten Waldpark Wuhlheide ist zwar auch sehr lohnend, aber das beschreibe ich mal in einer Extratour.


Weitere Informationen

Länge der Tour: ca. 7 km Dauer: ca. 2 Stunden

Beschaffenheit der Wege: unterschiedlich, teilweise etwas holperig. Nicht unbedingt für Kinderwagen geeignet.

Nützliche Links:

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