MF Wesely2
Hinweis: Dieser Beitrag stammt aus dem Archiv und ist nicht mehr aktuell.

Michael Wesely, Berlin 1860 – 2023

Im Museum für Fotografie am Bahnhof Zoo (Helmut-Newton-Stiftung) gibt es derzeit eine sehr spannende Ausstellung zu sehen.

Gezeigt werden Arbeiten des Fotografen und Fotokünstlers Michael Wesely.  Im Mittelpunkt steht dabei sein Projekt »Doubleday«. Es basiert auf alten Fotos, die er mit aktuellen Aufnahmen kombiniert.  

Die neuen Aufnahmen sind vom genau gleichen Standort aufgenommen wie die Originalfotos. So kann er sie passgenau übereinander legen und es entstehen faszinierende neue Bilder, die Vergangenheit und Gegenwart gleichzeitig zeigen. 

Man bekommt so eine ganz andere Vorstellung, wie sich die Stadt in den Jahrzehnten verändert hat. Eine spannende Zeitreise.

Auch in einem zweiten Projekt taucht Michael Wesely tief in die Geschichte ein.  Bei „Human Conditions“ steht allerdings der Mensch im Mittelpunkt des Interesses.  

Ausgangspunkt hier sind großformatigen Aufnahmen der Preußischen-Messbildanstalt, die in der Zeit um 1900 aufgenommen wurden, um die Architektur von Gebäuden zu dokumentieren. 

Auf vielen Bildern sind aber auch Menschen zu sehen. Wegen der damals nötigen langen Belichtungszeiten sind sie oft nur schemenhaft abgebildet. Wesely vergrößert diese Bildausschnitte und zeigt dadurch ganz besondere Ausschnitte aus dem damaligen Alltagsleben, die nur zufällig entstanden sind, aber daher eine besondere Authentizität ausstrahlen. Wirklich sehenswert.

Die Ausstellung ist noch bis zum 1. September 2024 zu sehen. Geöffnet ist täglich außer Montag von 11 bis 19 Uhr. Der Eintritt kostet 12,– €.

Titelfoto: Michael Wesely mit Hein Gorny: Alexanderplatz, Berlin 1946/2023, © VG Bild-Kunst, Bonn 2024

Weitere Informationen

Teile diesen Beitrag:

Mehr entdecken

  • Diane Arbus – Konstellationen

    Nach fünfzehn Jahren ist im Berliner Gropius Bau wieder eine große Ausstellung mit Werken von Diane Arbus (1923-1971) zu sehen. Es ist eine der umfassendsten Präsentationen, die je zu ihrem Werk gezeigt wurden – mit mehr als 450 Fotografien, darunter zahlreiche bislang nie gezeigte Aufnahmen. Arbus zählt zu den ersten Fotografinnen, die in der Kunstwelt…

  • Zwischen Bewunderung und Beklemmung: World Press Photo 2025

    Im Willy-Brandt-Haus in Berlin-Kreuzberg sind derzeit wieder die Gewinnerfotos des diesjährigen World-PressPhoto-Wettbewerbs zu sehen. Jedes Jahr reichen professionelle Pressefotograf:innen, Fotojournalist:innen und Dokumentarfotograf:innen aus aller Welt ihre Arbeiten für diesen renommierten Wettbewerb ein. Eine internationale Jury prämiert in mehreren Kategorien die besten Einzelbilder und Fotoreportagen. Dabei geht es nicht nur um technische Qualität, sondern vor allem um Relevanz, Perspektive…

  • Kürbisdschungel in Klaistow

    Herbstzeit ist Kürbiszeit. Jede Menge dieses Gemüses gibt es derzeit im Dorf Klaistow, einem Ortsteil von Beelitz. Hier auf dem Spargelhof findet die größte Kürbisausstellung Brandenburgs statt. Unter dem Motto »Willkommen im Dschungel« wurden aus mehr als 100.000 Kürbissen fantasievolle Figuren gestaltet. Da steckt viel Arbeit und Kreativität drin. Gezeigt werden auch besonders riesige Kürbisexemplare…

  • Wo die Kirschen blühen

    Die Kirschblüte erfreut sich in jedem Frühjahr größter Beliebtheit. Kaum jemanden lassen die zarten rosa oder weißen Blüten der verschiedenen Kirschbaumarten kalt. In Japan wird die Kirschblüte schon seit Jahrhunderten gefeiert. Hanami (auf Deutsch »Blüte betrachten«) hat dort eine große Tradition. Den Japanern haben wir auch sehr viele Kirschbäume in Berlin zu verdanken. Zur deutschen…

  • Franz Hals – Meister des Augenblicks

    Die Gemäldegalerie am Kulturforum feiert derzeit den Maler Franz Hals (1582/83–1666) mit einer umfangreichen Sonderausstellung.  Er gehört zu den alten Meistern der niederländischen Malkunst.  Besonders als Porträtist hat er sich hervorgetan.  »Alter Meister« klingt nach langweiligen »Ölschinken« und ziemlich verstaubt.  Das sind die Bilder allerdings bei näherer Betrachtung gar nicht. Franz Hals zeigt in seinen Porträts…

  • »Heimaten« in Friedrichshain

    Der Begriff »Heimat« ist kein unkomplizierter in Deutschland. Zu sehr wurde er von den Ideologen der Nazidiktatur missbraucht. Auch heute noch reklamieren die rechtsextremen Parteien den Begriff gerne für sich. Die NPD hat sich sogar umbenannt und nennt ihre Partei seit dem vergangenen Jahr »Die Heimat«. Doch man sollte dieses Wort zurückholen in ein positives…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert